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lädst (Aussprache)

Discussion in 'Deutsch (German)' started by gvergara, Feb 2, 2013.

  1. gvergara

    gvergara Senior Member

    Santiago, Chile
    Español
    Hallo:

    Spricht man eigentlich den Buchstaben d in der Verbform lädst aus? Danke
     
  2. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
    Ja. Man spricht hier jeden Buchstaben aus. lɛ:tst

    Beispiel in IPA: http://www.speakingbachetal.com/directory.aspx?level=5&ItemID=225-4768

    Auch bei schnellem Sprechen werden alle Buchstaben ausgesprochen.
    "sd" nähert sich dabei der Aussprache von "z" (t͡s)
    lɛ:t͡st
    Ich hoffe, diese Umschrift ist korrekt.
    Das "d" wird unbetont, aber nicht behaucht gesprochen und mit "s" zusammengezogen.
    Das "t" am Ende wird bei deutlicher Aussprache hart und behaucht gesprochen. Bei "normaler" Aussprache wird es nicht behaucht.
     
    Last edited: Feb 2, 2013
  3. berndf Moderator

    Geneva
    German (Germany)
    In etwa wie ein spanisches /t/, d.h. spimmlos, unaspiriert und fortis.

    PS: Wenn Deine Frage darauf abzielte, ob lädst von einem hypothetischen Wort *lätst unterscheidbar wäre, so ist die Antwort "nein".
     
    Last edited: Feb 3, 2013
  4. gvergara

    gvergara Senior Member

    Santiago, Chile
    Español
    Danke, und was passiert bei Stadt/Stdädte?
     
  5. berndf Moderator

    Geneva
    German (Germany)
    Das "d" hat keine Funktion. Stadt wird wie statt und Städte wird wie *Stääte (das Wort gibt es nicht) gesprochen.
     
  6. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
  7. gvergara

    gvergara Senior Member

    Santiago, Chile
    Español
    Letzte Frage: gibt es assimilation (kenne das deutsche Wort nicht, Entschuldigung.) im deutschen? Z.B, wie sprecht ihr das Wort Hochgeschwindigkeitszug aus? Zweimal /ts/ (/...tstsu:k/ oder nur noch einmal? Danke
     
  8. berndf Moderator

    Geneva
    German (Germany)
    Ja, gibt es. Wenn Du dabei wissen willst, ob die "harte" Aussprache des "d" in lädst eine Assimilation an das "harte" "s" ist, dann denke ich, dass Du Recht hast.
     
  9. ablativ Senior Member

    German(y)
    Diese Art Assimilation nennt man regressive Assimilation, da das "s" rückwirkend das "d" beeinflusst, "hart" ausgesprochen zu werden.

    Hochgeschwindigkeitszug
    (also das Weglassen eines ts ) nennt man totale Assimilation. Z.B. auch Kunststück.

    Die progressive Assimilation (wie im Englischen packed) kommt im Hochdeutschen fast gar nicht vor, in regionaler Umgangssprache häufiger:

    • Faustregel: Im Deutschen „gewinnen“ immer die stimmlosen Konsonanten.
    • Stimmlosigkeit graphisch verdeutlichen, z.B. Dresden als Dresten schreiben. --- Quelle: Uni Bielefeld, Fakultät für Linguistik
     
  10. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
    Es gibt hierbei auch einen Unterschied zwischen dem Kontrast stimmhaft - stimmlos und nicht behaucht - behaucht.

    "Dresden": das "d" wird nicht behaucht und erscheint den meisten wohl deshalb auch dann weich, wenn es stimmlos ist.
    So wird "sd" in "Dresden" zwar stimmlos, aber nicht behaucht, während das "t" in "besten" behaucht wird, umgangssprachlich aber auch unbehaucht gesprochen wird.

    In beiden Wörtern kann die Assimilation soweit gehen, dass die Endsilbe praktisch keine Silbe mehr ist.
    Dresdn - Bestn -> hier kann ich "sdn" von "stn" nicht mehr unterscheiden, "t" wird nicht behaucht.
     
  11. berndf Moderator

    Geneva
    German (Germany)
    Es gibt im Deutschen eigentlich kein stimmhaftes /d/. Fehlende Aspirierung führt normalerweise zur Wahrnehmung als /d/. Ausnahmen sind die Kombinationen /st/ am Silbenanfang und /tC/, wo Aspirierung i.d.R. nicht vorkommt. Dort ist dann allerdings /d/ und /t/ meist phonemisch neutralisiert. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind im Prinzip Energie (fortis/lenis) und Länge. Im Falle von lädst kommt Länge m.E. nicht in Frage. Und zumindest so wie ich es ausspreche, bezieht sich die rückwirkende Assimilation vor allem auf die Energie, d.h. ich spreche es fortis (bilde ich mir zumindest ein).
     
    Last edited: Feb 3, 2013

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