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Sie sprechen mit (Herrn) Olaf Scholz

Discussion in 'Deutsch (German)' started by Hutschi, Jan 19, 2013.

  1. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
    Anmerkung der Moderatorin: Aus diesem Thread abgespalten.

    < ... >


    Am Telefon sagt man oft nur seinen Namen, ohne "ich bin".
    Manchmal sage man es auch in der Form
    "es spricht Felix Meyer."
    oder "Meyer, Felix Meyer" - (diese Form habe ich vor 20 Jahren mal beim Telefontraining gelernt.)

    Am Telefon muss man wissen, dass sich der Partner erst "einhören" muss. Das erste Wort wird oft schlecht verstanden.
    Man sagt deshalb am besten erst mal eine Begrüßung und dann den Namen.
    "Guten Tag, Sie sprechen mit Herrn Olaf Scholz" (formal)
    "Guten Tag, hier ist Bernd" (informal). - In diesem Fall wird nicht "ich heiße" verwendet, oder sehr selten, nur wenn man selbst anruft, könnte ich es mir vorstellen.
    Es hängt sehr vom Kontext ab.
    < ... >
     
    Last edited: Jan 19, 2013
  2. ablativ Senior Member

    German(y)
    Das ist ein absoluter Fauxpas und alles andere als formal. Sich selbst als Herrn zu bezeichnen verstößt gegen alle (ungeschriebenen) Umgangsformen. Das Gleiche gilt übrigens für "Dame".
     
  3. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
    Das hat sich dann geändert. Ohne die besagte Schulung hätte ich es nie so gesagt.
    Aber in meiner früheren Arbeitsstelle meldete sich meine damalige Chefin immer mit "Guten Tag, Sie sprechen mit Frau (name)." (Ich setze aus Datenschutzgründen hier den Namen nicht ein.)

    Wenn man bei einem Namen, der einem Städtenamen entspricht, nur sagt "Berlin am Apparat" - dann wird das fast immer falsch verstanden.

    So auch beim alten Witz mit Namen "Niemand", "Keiner" und ähnlichen ...

    Im vorliegenden Kontext entsprechen einander aber "Herr" und "Frau" - nicht "Herr" und "Dame".

    Wie ist es, wenn man bei der Vorstellung die gewünschte Anrede mit nennen muss? (Zum Beispiel aus betrieblichen Gründen?)

    Ändert es sich, wenn der Vorname weggelassen wird?
     
  4. Sowka

    Sowka Forera und Moderatorin

    Hannover
    German, Northern Germany
    Hallo :)

    Ich stimme ablativ zu: Sich selbst als "Herrn XY" oder "Frau ABC" zu bezeichnen, ist in meinem Umfeld nicht üblich. Ich würde mich als "Frau Sowskowskaja" nur dann bezeichnen, wenn es diesbezüglich ein Missverständnis gegeben hätte. Wenn ich zum Beispiel einen an "Herrn Sowka Sowskowskaja" adressierten Brief bekommen hätte, dann würde ich sagen: "Guten Tag, hier spricht Sowskowskaja, Frau Sowka Sowskowskaja".

    Der Satz aus Post 1 würde also in meinem Umfeld lauten: "Guten Tag, hier spricht Olaf Scholz".

    Wenn es Probleme geben könnte, weil der Name einem Städtenamen entspricht oder anderweitig missverständlich ist, dann wäre zu empfehlen, die Formel "Mein Name ist (Sonja) Berlin" zu verwenden.
     
    Last edited: Jan 21, 2013
  5. Hutschi

    Hutschi Senior Member

    Dresden, Universum
    German, Germany
    Das ist interessant, insbesondere, weil wir damals darauf getrimmt wurden, immer vom Kunden auszugehen, also nicht "ich, mein", sondern "Sie", "Ihr" ...
    Ich ziehe die Form "Mein Name ist" bei weitem vor.
    Was kann man machen, wenn es Betriebsformeln gibt? (Trifft im Moment auf mich nicht zu, wäre aber vor wenigen Jahren relevant gewesen.)
    Man könnte versuchen, sie zu ändern.
     
  6. Sowka

    Sowka Forera und Moderatorin

    Hannover
    German, Northern Germany
    Oh, sorry: Ich sehe gerade, dass ich mich vorhin verschrieben habe; ich wollte ja genau Bezug nehmen auf Dein Zitat mit Olaf Scholz: "Sie sprechen mit Umberto Eco". ;)

    Das Wichtige ist meiner Meinung nach jedoch, dass man eben, sofern man sich auf sich selbst bezieht, dieses "Herr" (bzw. "Frau") auslässt. Wenn ich eine anrufende Kundin wäre und jemand sich so melden würde, dann würde ich mich irgendwie bevormundet fühlen; als dächte er, ich wüsste nicht, wie ich ihn ordentlich ansprechen soll.

    Wenn man an einen Kollegen durchstellt, dann sollte man in einer formellen Situation von "Herrn" bzw. "Frau" sprechen: "Einen Moment bitte, ich verbinde Sie mit Herrn Umberto Eco."

    Wenn ein Betrieb bestimmte Formeln vorschreibt (das ist bei uns nicht der Fall), dann sollte man sich natürlich zunächst daran halten und Veränderungen anregen, wenn man dies angebracht findet.
     
    Last edited: Jan 19, 2013
  7. ablativ Senior Member

    German(y)
    Völlig richtig! Und es spricht auch nichts dagegen, sich am Telefon mit "Frau Maier" zu melden, ganz im Gegenteil. Ganz falsch wäre es aber, wenn Frau Maier zum Beispiel sagen würde: "Mit diesen technischen Fragen kenne ich mich als Dame nicht so gut aus, es wäre besser, ich verbinde Sie mal mit einem Kollegen". Und natürlich dürfte sie (Frau Maier) auch sagen: "Ich verbinde Sie mal mit Herrn Müller".

    Frau (name) hat sich also absolut korrekt vorgestellt.
     
    Last edited: Jan 21, 2013
  8. Sowka

    Sowka Forera und Moderatorin

    Hannover
    German, Northern Germany
    Guten Abend :)

    Dann verstehe ich aber Deinen Einwand aus Post 2 (den ich teile) nicht mehr :confused:

    Wenn in einem Telefonat mein Gegenüber sagte: "Guten Tag, Sie sprechen mit Frau Helene Müller", dann käme mir das immer seltsam vor, genauso wie bei "Herrn Olaf Scholz". Meiner Erfahrung nach wird dieses "Frau" bzw. "Herr" nicht mitgesprochen.
     
    Last edited: Jan 21, 2013
  9. ablativ Senior Member

    German(y)
    Hallo Sowka,

    mir ist nicht ganz klar, was an meinen beiden Posts unverständlich ist:

    Ein Mann nennt sich nicht selbst "Herr". (Post #1)

    Er kann aber von sich als Mann sprechen, das ist er ja schließlich. "Ich als Mann sehe das anders als die Damen hier in der Runde." Er könnte auch sagen ...als die Frauen hier, aber Damen klingt in der Regel höflicher.

    Eine Frau nennt sich nicht selbst Dame. (Post #1)

    Per Geschlecht ist die Frau nun einmal eine Frau :rolleyes:. Sie würde also sagen: "Ich als Frau sehe das anders als die Herren hier". Sie könnte auch sagen ... als die Männer hier. Wichtig ist nur, dass sie sich nicht als "Dame" und er sich nicht als "Herr" bezeichnet bzw. betitelt. Das müssen beide den anderen Beteiligten überlassen, ob sie die Auszeichnung "Herr" bzw. "Dame" verdienen. Daraus ergibt sich, (Post #2), dass sich eine Frau problemlos mit "Frau Müller" melden kann, aber Herr Maier keinesfalls mit "Sie sprechen mit Herrn Maier".

    Im privaten Bereich finde ich es sogar passender, wenn sich Frau Müller mit "Frau Müller" meldet, wenn sie "den Hörer abnimmt" (oder auf die entsprechenden Tasten drückt).

    Ihre Tochter Monika hingegen sollte sich auf keinen Fall mit "Müller" melden, sondern mit "Monika Müller" (nachdem ja Fräulein Müller seit langem abgeschafft ist).

    Im Englischen würde sich doch auch kein Mann als "sir" (hier meine ich nicht den Adelstitel) oder keine Frau als "lady" (dito) bezeichnen.

    Aber problemlos könnte der Mann sagen: "My name is Mister Wilson" - bzw. "my name is Mrs/Ms Wilson". Mister und Mrs beziehen sich auf das Geschlecht. Ob man sie mit "sir" (natürlich nicht als Anrede, sondern meistens am Satzende) anspricht bzw. als "madam" (wenn man sie für eine Lady hält), müssen die anderen entscheiden. Im amerik. Englisch ist ja dieses "sir" bzw. "[mam]" absolut üblich und fast erforderlich, im brit. Englisch weit weniger.

    Im Japanischen (wie ich gerade gelesen habe) wird aus Höflichkeit hinter den Namen "chan" gesetzt. Das tun aber die anderen, nicht man selber.

    Aus animexx.onlinewelter:
     
    Last edited: Jan 22, 2013

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