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Welche Zustamd der deutchen Sprache wurde in diesem Lehrbuch

Discussion in 'Etymology, History of languages and Linguistics (EHL)' started by franknagy, Nov 6, 2013.

  1. franknagy Senior Member

    Welche Zustand der deutschen Sprache wurde in diesem Lehrbuch geschrieben?

    Ich habe ein Lehrbuch der deutchen Sprache im Antiquariat gekauft.
    Es schreibt das der Wemfall endigt mit -e für die einsilbigen männlichen Haupwörter und wenn dessen letzte Silbe is betont.
    Der zweite Archaismus war "ihr habet", "ihr leset".

    Bitte, schreiben Sie mich wann diese Gesetze gültig waren?


    Das Buch wurde in die frühzeitigen 1900 Jahren abgelasst. Die Übungen wurden sowohl mit Bruschrift als auch mit Antiqua gedruckt. Die Bruchschift ist gleichmäßig verdickt (ähnlich das Bild).

    Danke sehr,
    Franz
     
  2. Ben Jamin Senior Member

    Norway
    Polish
    Was ist Bruschrift?
     
  3. franknagy Senior Member

    Gotische Schrift. KlausBFraktur.png

    F.
     
  4. Ben Jamin Senior Member

    Norway
    Polish
    Brauch mann diese Bennenung in der deutschen Sprache? Ich habe es gesucht auf Internet, aber ich fand keine.
     
  5. Roy776

    Roy776 Senior Member

    Germany
    German & AmE
    Ich glaube nicht, dass es gebräuchlich ist. Ich habe es bisher noch nie gehört.

    Ich bin mir nicht sicher, wann das Endungs-E im Dativ genau aus der Nutzung gefallen ist, aber ich vermute, dass es am Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein müsste. Vielleicht in manchen Teilen Deutschlands früher und in anderen später. "Ihr habet" und "ihr leset" klingt für mich mehr nach dem Konjunktiv als nach dem Indikativ 2. Person Plural. Wiederum aber waren dies im Althochdeutschen (1100) die wirklichen Verbformen in der 2. Person Plural. Ich bezweifel aber, dass das noch für das Deutsch dieser Periode gilt.
     
  6. Frank78

    Frank78 Senior Member

    Saxony-Anhalt
    German
    Bis in die 1940er war das Dativ-E in der Schriftsprache noch weit verbreitet. In der mündlichen Sprache ist es bereit einige hundert Jahre früher weggefallen.

    Mehr Infos dazu:
    http://www.philhist.uni-augsburg.de...en/Phraseologische_Verwendung_des_Dativ-e.pdf
     
  7. rbrunner Junior Member

    Switzerland
    German - Switzerland
    Was Sie immer über den Dativ wissen wollten, aber nie zu fragen wagten :) Sehr interessanter Artikel, lesenswert.

    Zu Bruchschrift (nicht Bruschrift) bzw. gebräuchlicher gebrochene Schrift und was da "gebrochen" sein soll, siehe hier.
     
  8. fdb Senior Member

    Cambridge, UK
    French (France)
    “Bruchschrift” is wohl eine Germanisierung von “Fraktur”, genauso wie “Wemfall” für „Dativ“.
     
  9. franknagy Senior Member

    Vielen Dank für den Artikel.
    Marianne Christina Rieger
    Ein Dativ-e, wie es im
    Buchesteht...

    Empirische Untersuchung der phraseologisch gebundenen

    Verwendung des Dativ-e.

    Ich kann viele Germanismen von dem Artikel lernen.

    Frank


     

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