Wenn ich mich in die Sprache des Aristoteles einzufühlen suche

Discussion in 'Deutsch (German)' started by Löwenfrau, Jun 21, 2013.

  1. Löwenfrau

    Löwenfrau Senior Member

    São Paulo
    Brazilian Portuguese
    Ich bin nicht sicher über den Sinn dieses Satzes. Er steht im folgenden Kontext:

    "... Viel gründlicher als diese Nachfolger und Nachschreiber hatte bereits Trendelenburg das berühmte Schlagwort des Aristoteles und die nächst verwandten Begriffe untersucht; wir verdanken dem Scharfsinn Trendelenburgs die Methode, die Kategorien des Aristoteles aus seinen grammatikalischen Bestrebungen zu erklären; vielleicht wird man noch einmal erkennen, daß Aristoteles ein Bahnbrecher allein in der erstaunlichen Arbeit war, die in der Aufstellung grammatikalischer Kategorien bestand, die er aus dem Nichts mühsam herausholte, die er aber, von der Neuheit der Sache verführt, für metaphysische Kategorien hielt, daß er also eben durch seine Kategorienlehre für zwei Jahrtausende der Gesetzgeber wurde des Aberglaubens an die Sprache. Trendelenburg hat die Beziehungen zwischen ousia, ti esti und to ti ên einai richtig gedeutet. Wenn ich mich in die Sprache des Aristoteles einzufühlen suche, glaube ich dem Terminus doch etwas näher zu kommen. Mit Hilfe [des Trendelenburgs]. (...)"
    (Moderatornotiz: Zitat auf vier Sätze gekürzt. Hier kann der ganze Text nachgelesen werden.)

    Ich bin nämlich über die Beutung von einfühlen und die Funktion von doch nicht sicher.

    Ich denke an einzufühlen hier als Engl. to penetrate (innerlich verstehen).
    Dieses doch, ich weiss nicht ob es ein ironisches doch ist, oder ob es einfach eigentlich oder im Wahrheit meint, oder eher wirklich...

    Wenn ich den ganzen Text betrachte, kommt mir im Kopf:

    "Aber wenn ich mich mit Hilfe des Trendelenburgs in die Sprache des Aristoteles einzufühlen suche, glaube ich dem Terminus doch etwas näher zu kommen."

    Was im Blau steht, scheint mir den Zusammenhang zu bezeichnen: Mauthner könnte nicht, wie die anderen (Nachfolger und Nachschreiber) wollten, Aristoteles abstrakt zu verstehen, aber mit Hilfe des Einsichts Trendelenburgs, und durch seiner eigenen Sprachgefühl (einfühlen, mit Sprachgefühl), dann glaubt er "dem Terminus doch etwas näher zu kommen"... Aber das ist nicht so klar im Text für ein nicht-Muttersprachler... Darum bin ich nicht sicher! :(
     
    Last edited: Jun 27, 2013
  2. oberhaenslir Senior Member

    German, Switzerland
    @ Löwenfrau


    "Aber wenn ich mich mit Hilfe Trendelenburgs in die Sprache von Aristoteles einzufühlen versuche, glaube ich dem Terminus doch etwas näher zu kommen."
     
  3. Löwenfrau

    Löwenfrau Senior Member

    São Paulo
    Brazilian Portuguese
    einzufühlen = mit Sprachgefühl einsehen?
     
  4. Schlabberlatz Senior Member

    German - Germany
    Yes, I think so. "When I try to get a feel for Aristoteles' language..."
     
  5. Löwenfrau

    Löwenfrau Senior Member

    São Paulo
    Brazilian Portuguese
    Thanks :)
     

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