aus welchen theologischen Gründen er so weit ausholen mußte

Löwenfrau

Senior Member
Brazilian Portuguese
Hi!
I'm having some trouble figuring out what does this sentence precisely mean.



"In den bekannten altern Formeln (ante rem, in re und post rem.) verrät es sich, daß der Wortrealismus den ganzen Streit zu einer metaphysischen Frage machen wollte; wir werden gleich erfahren, aus welchen theologischen Gründen er so weit ausholen mußte. Der Fehler des Nominalismus war es von Anfang an, daß er sich zum Betreten des metaphysischen oder ontologischen Bodens überhaupt verführen ließ, daß er – da ihm nun einmal die letzten erkenntnistheoretischen Konsequenzen zu ziehen versagt war – nicht in den Schranken der Logik ausharrte." (Mauthner)

aus welchen theologischen Gründen = on which teological reasons/ based on which teological reasons?

so weit ausholen = :confused:
 
  • Frank78

    Senior Member
    German
    My try:
    "...for what/which theological reasons he had to go so far afield."

    "Weit ausholen" means to give a very detailed explanation, usually more than necessary , e.g. going very far back in history, talking about adjacent topics.
     

    Hutschi

    Senior Member
    In this special case the very detailed explanation was necessary.
    (... er musste soweit ausholen. ... he was forced (by the content) to explain it so detailed and to this extent.

    we'll get to know soon, caused by which teological reasons/ based on which teological reasons he had to describe it to this extent.
     

    Löwenfrau

    Senior Member
    Brazilian Portuguese
    In this special case the very detailed explanation was necessary.
    (... er musste soweit ausholen. ... he was forced (by the content) to explain it so detailed and to this extent.

    we'll get to know soon, caused by which teological reasons/ based on which teological reasons he had to describe it to this extent.
    But "he" is Nominalism... I can't see how is it that nominalism is explaining something (based on teological reasons). Perhaps what Mauthner means is: we'll get to know soon, caused by which teological reasons/ based on which teological reasons he (nominalism) had to go so far afield (entering the metaphysical or ontological ground, turning everything into a metaphysical question).

    ?
     

    Edinburgher

    Senior Member
    German/English bilingual
    The subject seems to me to be Wortrealismus, not Nominalismus. They are both grammatically masculine, which explains the pronoun er. In English this would of course become "it", not "he".
     

    Löwenfrau

    Senior Member
    Brazilian Portuguese
    The subject seems to me to be Wortrealismus, not Nominalismus. They are both grammatically masculine, which explains the pronoun er. In English this would of course become "it", not "he".
    Yes, sure, Wortrealismus! I mixed it up because I translate Wortrealismus as nominalistic realism...
     

    Hutschi

    Senior Member
    I don't know. "Wortrealismus" seems to be the correct reference, but maybe in the earlier sequence you did not quote there is a writer ...? - so there is only the principle of near reference I can use here.
     

    Löwenfrau

    Senior Member
    Brazilian Portuguese
    The only author is Porphyrios, but it's far away from this "he":

    "Der alte Schulfuchs also, Porphyrios, hatte in einer Einleitung zu den logischen Schriften des Aristoteles die Fragen aufgeworfen (aber gar nicht zu beantworten versucht): ob die Gattungsworte nur in unsern Köpfen seien oder Substanzen außerhalb der Köpfe; ob sie körperliche oder unkörperliche Substanzen seien; ob sie von den wahrnehmbaren Dingen losgetrennt seien oder nicht. Diese Stelle des Porphyrios (wie schon der alte Brucker wußte, wie also Cousin und Loewe nicht erst zu beweisen brauchten), eine hingeworfene Frage also, wurde vierhundert Jahre lang in dem Streite der Wortrealisten und der Nominalisten hin- und hergezerrt; die Formeln, auf welche der Streit die drei am deutlichsten zu definierenden Antworten brachte, lauteten bekanntlich: universalia anterem, in re, post rem. Der extreme Wortrealismus sagt: die Gattungsnamen waren vor den Einzeldingen da; der extreme Nominalismus sagt: die Gattungsnamen sind hinterher aus den Dingen abstrahiert worden; der vermittelnde Standpunkt sagt: den Gattungsnamen entspricht etwas Wirkliches in den Dingen. Besser vielleicht als durch die hergebrachte Dreiteilung ante rem, in re und post rem wird die Verschiedenheit der Betrachtung ausgedrückt durch die (vielleicht arabische) dreifache Formel: ante multa, in multis post multa.
    In den bekannten altern Formeln (ante rem etc.) verrät es sich, daß der Wortrealismus den ganzen Streit zu einer metaphysischen Frage machen wollte; wir werden gleich erfahren, aus welchen theologischen Gründen er so weit ausholen mußte. Der Fehler des Nominalismus war es von Anfang an, daß er sich zum Betreten des metaphysischen oder ontologischen Bodens überhaupt verführen ließ, daß er – da ihm nun einmal die letzten erkenntnistheoretischen Konsequenzen zu ziehen versagt war – nicht in den Schranken der Logik ausharrte."

    Besides, the autor talks, right after, of the error of the nominalism. This makes it difficult to decide wether he is talking about Nominalism or Wortrealismus. (Anyway, I'm not likely to believe he is talking about Porphyrios)
     

    Hutschi

    Senior Member
    Wenn ich alles im Zusammenhang lese: "Er" bezieht sich auf "Wortrealismus".
    Ich denke, wenn ich alles lese, dass der Bezug zu Porphyrius zu weit weg ist. Wichtiger ist aber, dass "Wortrealismus" vorher personifiziert wird, also grammatisch wie eine Person auftritt. Vorher sind ja auch schon andere Personifizierungen.
    Eine Rückwärtsreferenz von Nominalismus scheint mir nicht möglich. (Rückwärtsreferenzen werden auch sehr selten angewendet. Hier ist sie durch die Vorwärtsreferenz blockiert.)
     
    < Previous | Next >
    Top