Back from that Bourne

Schlabberlatz

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Back from that Bourne by Edward Page Mitchell
Das ist der Titel von Edward Page Mitchells zweiter Kurzgeschichte, eine Satire auf den Spiritismus, z.B. auf die Eddy Brothers: Eddy Brothers - Wikipedia

Aus dem Eintrag zu ›bourne‹ im OED lässt sich leicht ersehen, dass es sich um eine Anspielung auf den Hamlet-Monolog handelt:
the dread of something after death,[14] The vndiscouered Countrey, from whose Borne No Traueller returnes,
Aolib.com: The Tragedie of Hamlet, Prince of Denmark ... [Page 63 of 155]
Deutsch (Schlegel-Übersetzung):
die Furcht vor etwas nach dem Tod,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt,
Hamlet. Übersetzt von August Wilhelm von Schlegel von William Shakespeare - Text im Projekt Gutenberg
›Bezirk‹ ist, ausgehend vom Eintrag im OED, nicht die richtige Übersetzung. Also:

Wiederkehr aus jenem Unentdeckten Land

sollte akzeptabel sein, denke ich. Was meint ihr?

Ich füge noch ein paar ›@s‹ hinzu, @Edinburgher @Kajjo @Frieder , aber ich freue mich natürlich über jede Hilfe, und nicht nur über die von den „üblichen Verdächtigen“ :)
 
  • Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Ja, ich muss irgendwie versuchen, die Anspielung auf Hamlet mit einzubauen, gerade der Titel sollte akkurat sein, denke ich.
     

    Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Vielleicht ginge das, aber gibt es eine Hamlet-Übersetzung, wo ›bourne‹ als ›Grenzbereich‹ übersetzt wird? Ich hatte bei der Schlegel-Übersetzung nachgeschaut, weil das meines Wissens die bekannteste ist.
     

    Schlabberlatz

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    Deinen Vorschlag "Wiederkehr aus jenem Unentdeckten Land" finde ich ziemlich gut, obwohl ich zugeben muss, dass ich die Anspielung auf Shakespeare nicht verstanden hätte. Ob unentdecktes Land wirklich treffend ist, sei aber dahingestellt.
    Ah, dann bin ich beruhigt. Ich dachte, es hört sich vielleicht ein wenig zu sperrig an. ›das unentdeckte Land‹ – ja, irgendwie hört sich das ein bisschen merkwürdig an, aber es ist halt die Sprache eines Dichters … aus dem 16. Jh. … und die Übersetzung (Schlegel) ist auch schon über 200 Jahre alt.
     

    Frank78

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    Ich dachte, es hört sich vielleicht ein wenig zu sperrig an. ›das unentdeckte Land‹ – ja, irgendwie hört sich das ein bisschen merkwürdig an, aber es ist halt die Sprache eines Dichters … aus dem 16. Jh. … und die Übersetzung (Schlegel) ist auch schon über 200 Jahre alt.
    Zumindest bei Star Trek wurde "The Undiscovered Country" auch mit "Das unentdeckte Land" übersetzt und ist ebenso eine Anspielung auf Shakespeare.

    Das Problem ist nur, denkt der Leser mitlerweile eher an Weltraumabenteuer als an Hamlet?
     

    Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Ja, Star Trek VI.
    Chancellor Gorkon: You have not experienced Shakespeare until you have read him in the original Klingon.

    General Chang: "taH pagh, taH be?"
    Star Trek VI: The Undiscovered Country (1991) - Quotes - IMDb
    Bei Star Trek VI war mit dem Unentdeckten Land die Zukunft gemeint, wenn ich mich richtig erinnere. Es könnte tatsächlich passieren, dass jemand bei dem Ausdruck eher an die Weltraumabenteuer denkt. Mir, z.B., war der Ausdruck nicht bekannt, bevor der Film rauskam.
     

    Frieder

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    Bist du sicher, dass du dich mit deinem Shakespeare-Bezug nicht in etwas verrannt hast?
    Wiederkehr aus jenem Unentdeckten Land
    klingt für mich irgendwie sperrig. Ich als Leser hätte bei diesem Titel schon keine Lust mehr weiterzulesen. Das mag daran liegen, dass ich kein Shakespeare-Experte bin – aber wie hoch ist der Prozentsatz bei Deinen Lesern?
     
    Last edited:

    Kajjo

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    Ich stimme Frieder zu, dass die Assoziation zu Shakespeare möglicherweise etwas weit hergeholt sein mag. Wann wurde der Text geschrieben und spricht irgendwas dafür, dass der Autor Shakespeare zitiert?

    Auch im zweiten Punkt stimme ich Frieder zu: Die Chance, dass einer deiner Leser das Shakespeare-Zitat erkennt, ist nahe Null. Insofern könnte man auch gleich eine geschmeidigere Lösung nehmen, die dem Leserkreis angemessen ist.
     

    Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Ja, geschmeidiger wäre besser. Ich hatte gehofft, dass vielleicht jemand eine Idee hat, wie man den Titel geschmeidig gestalten kann ohne die Shakespeare-Anspielung weglassen zu müssen. Ist aber kein Drama, wenn es da keine überragend gute Lösung gibt. Übersetzen geht fast immer mit Kompromissen einher.

    Die Anspielung ist mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit vorhanden, zumindest nach meinem Dafürhalten. Der Hamlet-Monolog (oder allermindestens einige berühmte Zitate daraus) ist gebildeten U.S.-Bürgern bekannt und war es auch schon 1874, als die Geschichte geschrieben wurde.

    »… from whose bourne no traveller returns« -- »Back From that Bourne«

    Nehmt als Vergleich Goethe. Nicht jeder hat Faust gelesen – aber die berühmten Zitate/geflügelten Worte kennt jedes Kind. „Das also war des Pudels Kern“, „Blut ist ein ganz besondrer Saft“ etc.

    Ich sollte wohl besser eine Fußnote hinzufügen, in der die Anspielung erklärt wird.

    Meine Übersetzungen bringe ich als eBooks raus. Der Markt ist aber klein, in Deutschland ca. 4,5% vom Gesamtmarkt. Irgendwann muss ich sie wohl doch mal drucken lassen, notfalls als Print on Demand-Bücher. Und dann … (^_^) ($)_($) … na ja … abwarten, ob das Dollar-Zeichen wirklich in meinen Augen aufleuchtet.
     

    Schlabberlatz

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    Neben Schlegel hatte ich mir noch Wieland angeschaut:
    Wenn die Furcht vor etwas nach dem Tode – – wenn dieses unbekannte Land, aus dem noch kein Reisender zurük gekommen ist, unsern Willen nicht betäubte
    Hamlet, Prinz von Dännemark. (Übersetzer Wieland) von William Shakespeare - Text im Projekt Gutenberg
    Schlegel:
    Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod,
    Das unentdeckte Land, von des Bezirk
    Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,
    Hamlet. Übersetzt von August Wilhelm von Schlegel von William Shakespeare - Text im Projekt Gutenberg
    Schlegel ist wohl die erste Wahl:
    Schlegels Fassung ist eine Versübersetzung, im Gegensatz zu der von Wieland und Eschenburg, die Shakespeare um der Werktreue willen in Prosa wiedergibt. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass der „Schlegel-Tiecksche Shakespeare“ derjenige ist, den deutsche Leser heute noch im Ohr haben:

    Original: The rest is silence.
    Wieland: Es ist vorbey.
    Eschenburg: Das Übrige ist Stillschweigen.
    Schlegel: Der Rest ist Schweigen.
    Hamlet – Wikipedia
     

    berndf

    Moderator
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    Aus dem Eintrag zu ›bourne‹ im OED lässt sich leicht ersehen, dass es sich um eine Anspielung auf den Hamlet-Monolog handelt: Deutsch (Schlegel-Übersetzung):
    ›Bezirk‹ ist, ausgehend vom Eintrag im OED, nicht die richtige Übersetzung. Also:
    Bo(u)rne heißt genauer Begrenzung. Eine präzisere Übersetzung wäre wohl "das unbekannte Land, aus dessen Grenzen kein Reisender zurückgekehrt". So verstehe ich Schlegel auch, auch wenn es im Deutschen etwas weiter hergeholt ist. Ein Bezirk ist ein Umkreis. Das bezeichnet natürlich auch dessen Fläche aber besonders auch den Rand.
     
    Last edited:

    berndf

    Moderator
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    Da ist die Auto completion von meinem Handy Amok gelaufen. Ich hatte den Ausdruck vor ein paar Stunden mal gebraucht und das hat es sich gemerkt und den Text eigenmächtig abgeändert, weil es wohl meinte ich sage so etwas.:D Ich habe das inzwischen längst korrigiert.

    Meine Interpretation: Der Reisende kommt an eine Grenze, z.B. den Styx. Er überschreitet die Grenze, und dann gibt es kein Zurück.
    Ganz genau!!!
     

    Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Ich meinte
    incorrectly for: Realm, domain. [A misunderstanding of the passage in Hamlet.]
    in:
    OED, 2nd ed., s.v. bourne, bourn, n.(2)
    Weiter oben in dem Eintrag steht:
    Shakespeare's famous passage probably meant the ’frontier or pale‘ of a country; …
    Aber ›Bezirk‹ kann man in dem Kontext wohl auch rechtfertigen. (Ich möchte als Titel aber nicht „Wiederkehr aus jenem Bezirk“ nehmen :) (oder „Zurück aus jenem Bezirk“ o.ä.).)
     

    Schlabberlatz

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    Danke sehr! :)

    Ja, der Begriff geht wohl auf die griechische Mythologie zurück:
    Nach ursprünglicher griechischer Auffassung war der Hades allen Sterblichen gleichermaßen bestimmt: hochrangig oder gering, gut oder schlecht. Sie lebten dort nicht weiter, sondern existierten nur als scheue Schatten. Der Hades blieb nur sehr wenigen, auserwählten Menschen erspart – sie wurden vergöttlicht und zu den Göttern auf den Olymp gesellt. Ein Beispiel dafür ist Herakles.
    Unterwelt der griechischen Mythologie – Wikipedia
     
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