Cowards die many times before their deaths; the valiant never taste of death but once.

elroy

Imperfect Mod
US English/Palestinian Arabic bilingual
Another quote to translate. Here's my attempt:

Der Feigling stirbt vielmals vor seinem Tod; der Mutige kostet den Tod nur einmal.

I'm sure it could be made poetic...

(This is a Shakespeare quote, so it's probably already been translated, but I'd still be interested in all of your ideas! I haven't looked for existing translations.)
 
  • manfy

    Senior Member
    German - Austria
    Unter der Hoffnung, dass der erste Gedanke oft der beste ist:

    "Ein Feigling stirbt unzählige Male vor seinem Tod; der Mutige jedoch verkostet den Tod ein einzig Mal. "

    "... nur einmal" klingt ja arg unpoetisch und "Bedienungsanleitung-orientiert" :rolleyes: und damit drängt sich eigentlich "...verkostet den Tod ein einzig Mal." als rhytmisch elegantere und poetisch passendere Version irgendwie auf.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Skaespeare, Julius Cäsar, 2. Akt, 2.Szene

    Eine übliche Übersetzung lautet:

    Der Feige stirbt schon vielmal, eh er stirbt,
    Die Tapfern kosten einmal nur den Tod.

    Das doppelte "stirbt" empfinde ich als sehr unelegant. Da wurde nicht viel Mühe in diesen Vers gesteckt, scheint mir.

    Cowards die many times before their deaths; the valiant never taste of death but once.
    Feiglinge sterben viele Male vor ihrem Tod; der Mutige verkostet den Tod nur ein einziges Mal.

    Interessant finde ich, nebenbei bemerkt, die unklare Zuordnung von Tapferkeit vs. Mut im Englischen und in der deutschen Übersetzung. Tapferkeit zielt auf das Ertragen von Schmerz und Leid ("Du musst jetzt tapfer sein!"); Mut zielt auf das zweckgerichtete Eingehen von Risiken angesichts von Gefahren ("Es war mutig, das offen anzusprechen!"). Zwar werden "Tapferkeit und Mut" oft in einem Atemzug genannt, sind aber zwei klar verschiedene Eigenschaften, auch wenn sie oft in Kombination gefordert sind.

    Als Gegensatzpaar eignet sich ausschließlich "Feigheit <> Mut".

    @elroy: Kannst du immer klar sagen, wann mutig, wann tapfer gemeint ist bei englischen Wörter wie "valiant" oder "brave"?
     

    Schlabberlatz

    Senior Member
    German - Germany
    Wieland übersetzt:
    Feige Leute ſterben lange vor ihrem Tode; der Tapfre ſchmekt den Tod nur einmal
    Shakespear theatralische Werke
    Der erste Teil kommt ein wenig schwach rüber.

    Andere Variante:
    Der Verzagte ſtirbt tauſendmal vor ſeinem Tode; der Tapfre ſchmeckt den Tod nur einmal
    Klagen; oder, Nachtgedanken ...
    Der ›Tapfre‹ geht mMn in Ordnung. Vgl. The Red Badge of CourageDie rote Tapferkeitsmedaille. Und
    sich furchtlos und zum Widerstand bereit mit Gefahren und Schwierigkeiten auseinandersetzend
    Beispiele
    • ein tapferer Kämpfer
    • eine tapfere Soldatin
    • tapferen Widerstand leisten
    • sich tapfer verteidigen
    Duden | tapfer | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft
    ›mutig‹ ist da unter den Synonymen gelistet.


    ›verkosten‹ gefällt mir nicht. Damit assoziiere ich kleine Häppchen im Supermarkt verkostung - Google Search

    Die „klassische“ deutsche Übersetzung ist die von Kajjo zitierte Schlegel-Übersetzung, die meistens wirklich gut ist; so auch hier, wie ich finde.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Ich würde es heute etwas anders übersetzen:

    Die Feigen sterben oftmals ihren Tod. Der Held erfährt ihn nur ein einzig(es) Mal.

    Das Problem ist "valiant" - dict.cc Wörterbuch :: valiant :: Deutsch-Englisch-Übersetzung Recke {m} [veraltet für Kämpfer, Held oder Ritter]
    Als Adjektiv hat es die Eigenschaften des Helden/Recken
    • tapfer
    • heldenhaft
    • mutig
    • beherzt
    • wacker [veraltend]
    • kühn
    • heroisch
    • mannhaft
    (Zitat ebenda.)

    Wir greifen dann nur eine Eigenschaft heraus. Das lässt den Helden konkreter erscheinen.

    "Recke" wäre für mich am besten, wenn es in den Gesamtstil der Übersetzung passt.

    Sowohl "Recke" als auch "Held" stellen es in eine neue historische Perspektive. Helden und Recken erscheinen uns heute nicht mehr so positiv. "Tapfer", "mutig" und ähnliche Einzeleigenschaften schon.

    Der Spruch wird damit in eine historische Perspektive gestellt.
     

    manfy

    Senior Member
    German - Austria
    ›verkosten‹ gefällt mir nicht. Damit assoziiere ich kleine Häppchen im Supermarkt verkostung - Google Search
    Naja ... jetzt, nachdem du mir den Gedanken einer Bratwurstverkostung bei Tengelmann in den Kopf gesetzt hast, gefällt mir das Wort auch nicht mehr so recht. Ursprünglich schwebte mir ja eher der Gedanke eines bittersüßen Heldentods vor, der sich dann doch poetisch und melodramatisch verkosten ließe ... zumindest poetischer als eine low fat, low taste Vollsynthetikbratwurst. :D
     

    Kajjo

    Senior Member
    Nun, "taste the death" finde ich durch "verkosten" gut wiedergegeben. Inwiefern die eher positive Konnotation hier zum Tod passt, ist doch nicht unsere Sache zu entscheiden. Heldensagen scheinen das halt so zu sehen. Shakespeare wollte es so sehen.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Die Feigen sterben oftmals ihren Tod. Der Held erfährt ihn nur ein einzig(es) Mal.
    Entweder einz'ges oder einzig aber nicht einziges. Nur so passt der jambische Pentameter.

    Mir fiel diese Art der Verkostung nicht ein, denn sie war durch den Kontext blockiert. Jetzt drängt sie sich unfreiwillig auf.
    Wirklich? Ich finde verkosten hier vollkommen daneben, sowohl stilistisch als auch semantisch.

    Naja ... jetzt, nachdem du mir den Gedanken einer Bratwurstverkostung bei Tengelmann in den Kopf
    :thumbsup:
     
    Last edited:

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    ...und im Original? Taste the death only once? Semantically better?
    Der semantische Unterschied zwischen kosten und verkosten ist im Englischen nicht wiedergegeben. Taste kann beides heißen. Es geht hier sicher nicht darum, dass der Mutige handelt wie er handelt, weil er den Geschmack des Todes überprüfen will.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Duden | verkosten | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme

    (besonders österreichisch) kosten; probieren
    (Fachsprache) (eine Probe von etwas, besonders Wein) kostend prüfen
    SYNONYME ZU VERKOSTEN ℹ
    abschmecken, kosten, probieren, schmecken, versuchen

    ---
    Wenn man es fachsprachlich sieht, ist es sicher falsch: kostend prüfen

    Im allgemeinen Fall eher nicht. Vielleicht wird das Wort auch regional unterschiedlich gebraucht.

    "Verkosten" stellt eher den Verlauf, "kosten" eher das Ereignis dar.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    "Verkosten" stellt eher den Verlauf, "kosten" eher das Ereignis dar.
    Fachsprache außer Acht gelassen, kannst Du verkosten immer durch kosten ersetzen aber nicht immer kosten durch verkosten.

    Verkosten ist immer ein bewusster Akt und gleichbedeutend mit kosten nur dann, wenn man statt kosten auch probieren sagen kann. Wenn mit kosten das unfreiwillige Bekanntschaft Machen mit einem Geschmack gemeint ist, und das tut es hier, dann geht verkosten nicht.

    Im Österreichischen gibt es einige Zitate, die dem widersprechen aber das wäre ein separates Thema, das hier m.E. zu weit gehen würde, weil es wirklich nur einen relativ kleinen Teil des deutschen Sprachraums betrifft.
     

    elroy

    Imperfect Mod
    US English/Palestinian Arabic bilingual
    "Taste" here is not intentional, nor is it positive. In fact, if anything death here is presented in a negative light, since each instance of cowardice is likened to a death. If you are valiant, you only have to taste/experience death once.

    "Valiant" here is synonymous with "courageous."
     

    Hutschi

    Senior Member
    "Taste" here is not intentional, nor is it positive. In fact, if anything death here is presented in a negative light, since each instance of cowardice is likened to a death. If you are valiant, you only have to taste/experience death once.

    "Valiant" here is synonymous with "courageous."
    Hi, I think even if "valiant" is synonymous with "courageous." it is not an absolute synonyme. Valiant is a special title of a person while couradious is a property.
    Schlegel used this, and many other here used it and I think it is valid.
    But I think there are more options.

    --
    Is "valiant" a noun? I suppose it is.
    --
    In German "Held" and "der Mutige" is not the same. In my translation I would use "Held" or "Recke" (depending on style.)
    In case of "coward" there are also problems. Words change connotations during history.

    My idea is to use

    "Die Feigen sterben oftmals ihren Tod. Der Held erfährt ihn nur ein einzig Mal."
    or
    "Die Feigen sterben oftmals ihren Tod. Der Held erfährt ihn nur ein einziges Mal. #(Breaking rhythm to make it more vivid.)

    Alternative: Den Helden labt er nur ein einziges Mal. (taste->Mahl-Metapher erhalten)

    I solved the "taste" problem using an idiom.


    "Verkosten": Ich habe es oftmals im hier verwendeten Sinne gelesen:
    Privatvorträge über das Evangelium des hl. Johannes, ...
    Wer somit den Tod verkostet, der verkostet ihn nicht nur, sondern wird, wie von einer Speise, vom Tode überfüllt, indem er eine Sprache führt, ...
    Ich war mir sicher, dass ich die Wendung schon öfters in älteren Texten gelesen habe.
    ... Christus der Herr hat den Tod verkostet, ...
    (Google-Suche: "den Tod verkostet".)

    Bei Verwendung modernen Stils würde ich darauf verzichten, bei altertümelndem Stil oder heroischem Stil passt es, denke ich. Grimms Wörterbuch betrachtet es noch als synonym zu "kosten".

    Ich habe aber "erfährt" gewählt, das diese Problematik umgeht.

    These are my ideas about the topic.
     
    Last edited:

    manfy

    Senior Member
    German - Austria
    "Taste" here is not intentional, nor is it positive. In fact, if anything death here is presented in a negative light, since each instance of cowardice is likened to a death. If you are valiant, you only have to taste/experience death once.
    Ja, das englische to taste hat eine etwas breitere und neutralere Basis an Konnotationen als das deusche kosten und deshalb finde ich den englischen Satz auch recht gut. Der deutsche Satz mit kosten bringt die Poesie und das Gefühl nicht richtig rüber. Das Wort ist nicht unsinnig, aber es verändert die "geistige Melodik" des Satzes - für mich zumindest!

    Mir ist ein weiterer Grund eingefallen, warum mir verkosten in diesem Satz dann doch noch gut gefällt: Es harmoniert sehr gut mit dem ersten Satzteil "Der Feige stirbt schon vielmal, eh er stirbt".
    Beim einmaligen Erleiden des Todes, wie eben bei unserem Tapferen, klingt die Konnotation von probieren, die bei verkosten mitschwingt, nicht ganz verständlich und vielleicht sogar unpassend. Da aber der Feige im ersten Satzteil viele metaphorische Tode stirbt, ist diese Konnotation des Nur-einmal-ausprobieren-Müssens des Tapferen eine passende Weiterführung der ersten Satzaussage.
     

    fdb

    Senior Member
    French (France)
    Shakespeare actually says “taste of death”, mirroring the language of the English Bible; e.g. Matthew 16:28 (Tyndale 1526) Some there be a monge them that here stonde, whych shall nott taste of deeth”, which in turn mirrors the Greek original (οὐ μὴ γεύσωνται θανάτου, with the verb “to taste” governing the genitive). Luther by contrast construes "schmecken" with the accusative ("Es stehen etlich hie / die nicht schmecken werden den tod / Bis das sie des menschen Son komen sehen in seinem Reich.")
     
    Last edited:

    Kajjo

    Senior Member
    Ich habe es nicht Bibelzitat erkannt. Wenn dem so ist, dann sollten wir einfach "den Tod schmecken" übersetzen.

    ...der Mutige schmeckt den Tod nur ein einziges Mal.

    Das wäre sehr nahe dran am Original und an dem Bibelzitat und vermeidet eventuelle Feinsinnigkeiten bezüglich kosten/verkosten. Den "Tod zu schmecken", ähnlich wie "Blut schmecken" hat auch keine automatisch positiven Konnotationen wie "kosten".
     
    Last edited:

    Hutschi

    Senior Member
    Hallo, Elroy,
    eine Frage zum Kontext:
    but I'd still be interested in all of your ideas!
    Ist auch gemeint, wie wir zum Ergebnis kommen oder suchst Du ein optimales Ergebnis?
    In welcher Richtung liegt das Optimum? Möglichst natürliches (modernes) Deutsch oder möglichst genaue Wiedergabe? (Wenn Du nur eine gute Übersetzung suchst, ist die von Schlegel sehr geeignet, sie hat auch einen hohen Wiedererkennungswert, ist sozusagen prototypisch. Allerdings mit einem Sprachstand von vor zweihundert Jahren.)


    I'm sure it could be made poetic...
    Das deutet auf möglichst natürliches und poetisches Deutsch.

    Beispiel
    den Tod kosten - metaphorisch und poetisch
    den Tod verkosten - metaphorisch und stark poetisch, biblische Sprache
    den Tod finden - Alltagssprache

    Edit: Ergänzung: (Überlappung mit Kajjo, Kajjos zusätzliches Beispiel)
    Tod schmecken - metaphorisch und stark poetisch, biblische Sprache, auch Alltagssprache ("willst du mal meeine Faust schmecken?")
     
    Last edited:

    Scholiast

    Senior Member
    Grüss an alle!

    Mit dem Risiko, natürlich, dass als Englisch-sprecher ich mich unwillkommen in diese Diskussion einwende, und falsch Deutsch schreibe: m. E., schon Shakespeares 'taste death' ist schon gar poetisch, und bei WS, bei Goethe und Schiller, wie auch bei Vergil und Ovidius und Horaz oder gar bei Homer, die Sprache der Dichtung oft (oder nötigerweise) bleibt zweideutig, paradox, impressionistisch, farbhaft, nie mehr der Analyse der akademischen Gelehrten tauschbar. Eines Dichters Werk und Wirkung fungiert durch Kurzschluss der regelmässigen syntaktischen Methodik oder vernunftlicher Logik.

    Was WS geschrieben hat, mit dem 'taste death' bzw. 'Tod schmecken', klingt mir richtig und dem Sinne des englischen just. Der (WS) hat auch (in seiner Zeit) diese Praseologie erfinden müssen.

    Σ
     
    Last edited:

    manfy

    Senior Member
    German - Austria
    Good point, Scholiast. But what you're forgetting is that even though "to taste" and "schmecken" do have the same meaning, their usage has evolved differently in the two languages!
    For instance, a phrase like "I can almost taste victory" would never be expressed with 'schmecken' ; almost every native German speaker would be inclined to say "Ich kann den Sieg schon fast riechen."
     
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