..., dass Arne Judith hintergangen haben sollte

gvergara

Senior Member
Español
Hallo:

Eine Gruppe von Freundinnen hat eben herausgefunden, dass der verstorbene Ehemann einer Freundin von ihnen pflegte, seinen Urlaub bei einer gewissen Dominique zu verbringen und nicht auf Pilgerreise, wie er meinte.

Eva nickte aufgeregt. Sie wollte nicht daran glauben, dass Arne Judith hintergangen haben sollte.


Die Frauen wissen aber nicht, was für eine Beziehung sie zueinander hatten. Ist das der Grund warum, man das Modalverb sollen verwendet hat? Wenn der Betrug schon bestätigt wäre, sollte man in diesem Fall der Indikativ verwenden? Wäre sollen falsch?

Eva nickte aufgeregt. Sie wollte nicht daran glauben, dass Arne Judith eigentlich jahrelang hintergangen hat. :confused:/ ..., dass Arne Judith eigentlich jahrelang hintergangen haben sollte. :confused:


Danke im Voraus,
G.
 
  • Robocop

    Senior Member
    (Swiss) German
    Eva nickte aufgeregt. Sie wollte (konnte) nicht daran glauben, dass Arne Judith hintergangen haben sollte.:tick:
    Eine Gruppe von Freundinnen hat eben herausgefunden, dass ... Dann handelt es sich um eine Tatsache, die Eva nicht wahrhaben will.
    Man könnte aber auch sagen/schreiben:
    Eva nickte aufgeregt. Sie wollte (konnte) nicht glauben (wider besseres Wissen), dass Arne Judith hintergangen hatte.
     

    ablativ

    Senior Member
    German(y)
    Eine Gruppe von Freundinnen hat eben herausgefunden, dass ... Dann handelt es sich um eine Tatsache, die Eva nicht wahrhaben will.
    Man könnte aber auch sagen/schreiben:
    Eva nickte aufgeregt. Sie wollte (konnte) nicht glauben (wider besseres Wissen), dass Arne Judith hintergangen hatte.
    Wie du richtig schreibst "es handelt sich dabei um eine Tatsache" - und ob Eva die wahrhaben will oder nicht - Tatsachen stehen im Indikativ. Und nach "nicht glauben" steht sowieso der Indikativ.

    "Sollte er sie wirklich hintergangen haben?" kann man doch nur sagen, wenn die Frage noch offen ist. Hier ist die Tatsache, dass er hintergangen hat, bereits von der Gruppe von Freundinnen geklärt. Bei "er soll sie hintergangen haben" im Sinne von "man behauptet, dass er sie hintergangen hat" steht 'sollen' nie im Imperfekt. Wenn schon, dann müsste der Satz so lauten: Sie wollte nicht glauben, dass Arne sie hintergangen haben soll". Aber, wie gesagt, inzwischen ist ja klar, dass er betrogen hat. Das 'soll' ist somit überflüssig.

    Ich gebe dir recht, dass "hintergangen hatte" korrekt ist, wenn man die Vorzeitigkeit des Hintergehens ausdrücken will. Man kann sich aber darüber streiten, ob das Plusquamperfekt wirklich erforderlich ist, vor allem dann, wenn der Prozess des Hintergehens noch bis in die Erzählgegenwart anhält.
     
    Last edited:

    Kajjo

    Senior Member
    "Sollte er sie wirklich hintergangen haben?" kann man doch nur sagen, wenn die Frage noch offen ist.
    Na ja, und immer dann, wenn man wider besseren Wissens nicht daran glauben mag oder es nicht wahrhaben will.

    Das "solle" drückt dann den eigenen Zweifel aus und das wird doch recht oft benutzt, wenn man "Tatsachen" anzweifelt -- und ohnehin ist nicht immer ist alles Fakt, was als solcher präsentiert wird.

    A: Er soll sie jahrelang betrogen haben?
    B: Ja, Du siehst doch das Foto, auf dem er die andere küsst.
    A: Ja, aber ... ich kann das nicht glauben.

    Ich schätze, gerade in so einem Roman soll deutlich gemacht werden, dass man es kaum fassen kann und nicht erwartet hätte.
     

    ablativ

    Senior Member
    German(y)
    Ich halte den Satz sie wollte nicht daran glauben, dass Arne Judith hintergangen haben sollte für grammatisch nicht korrekt.

    Syntaktisch richtig wäre: Sie wollte nicht daran glauben, dass Arne Judith hintergangen haben soll.

    Ebenso (syntaktisch) richtig wäre auch: Sollte Arne Judith hintergangen haben? Daran wollte sie nicht glauben.

    Sie wollte nicht glauben, dass etwas passiert sein sollte ​ist von der Satzkonstruktion her falsch.
     
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