deren Ziel (es) ist, die Umwelt zu schützen

Perseas

Senior Member
Hallo allerseits,

mir ist es noch nicht klar, ob das "es" bei folgenden Sätzen fakultativ oder obligatorisch ist. Ich würde mich auch - wenn möglich - für eine allgemeine Regel interessieren. Danke!

Es gibt viele Organisationen, deren Ziel (es) ist, die Umwelt zu schützen.
Junge Paare ziehen (es) vor, eine freie Beziehung zu haben.
 
  • Frank78

    Senior Member
    German
    In beiden Sätzen ist es obligatorisch.

    "Etwas vorziehen" benötigt ein Akkusativobjekt, d.h. die Sache, welche man vorzieht. Man kann natürlich auch gleich "Junge Paare ziehen freie Beziehungen vor", anstatt des Dummy-Objekts, sagen.
     

    Demiurg

    Senior Member
    German
    Das "es" steht hier stellvertretend für die nachfolgende Infinitivkonstruktion:

    Es gibt viele Organisationen, deren Ziel die Umwelt zu schützen ist.
    Junge Paare ziehen eine freie Beziehung zu haben vor.

    Die Sätze klingen allerdings besser mit Infinitivkonstruktion.
     

    Perseas

    Senior Member
    Auf dieser Internetseite habe ich folgende Beispiele gefunden. Gegen Ende der Seite sind auch viel mehr Verben zu sehen, die das "es" nicht benötigen.
    Warum meinst du, immer Recht haben zu müssen?
    Versuch mal, diesen Kastanienbaum hochzuklettern.
    Ich hoffe, meine Jugendliebe bald wiederzusehen.

    Ich glaube, auch diese Verben nehmen ein Akkusativobjekt wie "vorziehen" in Post 1. D.h. "etwas meinen/versuchen/hoffen usw.". Nicht wahr? Also wäre es falsch: "Warum meinst du es, ... ", "Versuch mal es, ...", "Ich hoffe es, ..." ?

    (cross-posted with Demiurg
    )
     
    Last edited:

    ABBA Stanza

    Senior Member
    English (UK)
    Es gibt viele Organisationen, deren Ziel (es) ist, die Umwelt zu schützen.
    Junge Paare ziehen (es) vor, eine freie Beziehung zu haben.
    In beiden Sätzen ist es obligatorisch.
    Ich dachte, dass das "es" beim Verb "sein" oft weggelassen werden darf. Hier z.B. ein Link auf eine Wikipedia-Seite (Quelle):

    "Ziel des Spieles ist, nach dem Anstoß in möglichst wenigen Stößen alle drei Kugeln zu lochen"

    Ich glaube, auch diese Verben nehmen ein Akkusativobjekt wie "vorziehen" in Post 1. D.h. "etwas meinen/versuchen/hoffen usw.". Nicht wahr? Also wäre es falsch: "Warum meinst du es, ... ", "Versuch mal es, ...", "Ich hoffe es, ..." ?
    Das Verb "hoffen" scheint mir ein merkwürdiges Verb zu sein. Nimmt es ein akkusatives Objekt oder nicht? Man sagt zwar Dinge wie

    "ich hoffe es", oder
    "ich hoffe das Beste"

    aber man kann soweit ich weiß nicht z.B.

    "ich hoffe eine Verbesserung" :thumbsdown: sagen.

    Stattdessen sagt man

    "ich hoffe auf eine Verbesserung".

    Analog dazu würde ich in deinem Beispiel nicht "es" sondern "darauf" als Korrelat verwenden:

    Ich hoffe [darauf], meine Jugendliebe bald wiederzusehen.

    Ahnlicherweise, wenn man 100% grammatisch richtig liegen will, müßte man nicht eigentlich

    "ich hoffe darauf" (anstatt "ich hoffe es") und
    "ich hoffe aufs Beste" (anstatt "ich hoffe das Beste") sagen?? :confused:

    Cheers
    Abba
     

    Schimmelreiter

    Senior Member
    Deutsch
    Es gibt viele Organisationen, deren Ziel (es) ist, die Umwelt zu schützen.
    Junge Paare ziehen (es) vor, eine freie Beziehung zu haben.
    In beiden Sätzen ist es obligatorisch.
    Ich dachte, dass das "es" beim Verb "sein" oft weggelassen werden darf. Hier z.B. ein Link auf eine Wikipedia-Seite (Quelle):

    "Ziel des Spieles ist, nach dem Anstoß in möglichst wenigen Stößen alle drei Kugeln zu lochen"
    Ich glaube nicht, dass das Korrelat es in Perseas' Sätzen obligatorisch ist. Meist wird es verwendet. Wenn es nicht verwendet wird, so gibt das dem Satz eine fließendere Prosodie und auch, wie ich glaube, eine etwas höhere, "unalltägliche" Stilebene.




    Ich hoffe [darauf], meine Jugendliebe bald wiederzusehen.
    ich hoffe darauf
    ich hoffe aufs Beste
    auf etwas/jemanden hoffen bedeutet nicht hoffen in seiner allgemeinen Bedeutung, sondern seine Hoffnung/sein Vertrauen auf/in etwas/jemanden setzen. Will man das ausdrücken, so gibt's dafür als Korrelat des Nebensatzes darauf​ im Hauptsatz.
     
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