Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke

Gernot Back

Senior Member
German - Germany
Gerade in der Fernsehwerbung gehört: „Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“. Was soll das sein? Womit ist eine Waschmittelmarke aus Deutschland am meisten vertraut (ge)worden? Mit ihren Kunden? Soll das heißen; dass Mitbewerber einen weniger guten Draht zu ihren Kunden haben? Wie hat man diesen Grad an Vertrautheit des Waschmittelherstellers mit seinen Kunden gemessen?

Ich bin z. B. ein „mit allen Grammatiktheorien vertrauter Deutschlehrer“: Ich bin als Deutschlehrer mit allen Grammatiktheorien vertraut, d. h.: Ich kenne sie alle! Wenn jemand oder etwas mit etwas oder jemand anderem vertraut ist, so ist dies kein (Zustands-)Passiv, sondern ein Kopulaverb mit einem prädikativen Adjektiv.

„Vertrauen“ ist im Deutschen ein intransitives Verb. Man vertraut jemandem oder einer Sache. Ein Passiv von „vertrauen“ wie im Englischen (This detergent brand is trusted by most consumers in Germany) gibt es im Deutschen nicht! Es kann deshalb auch in diesem Sinne keine „meistvertraute Waschmittelmarke Deutschlands“ geben, oder wie seht ihr das?

Ich würde dieses überteuerte Waschmittel ja sowieso nie kaufen, denn was sollte das für ein Verkaufsargument sein, dass das Waschmittel mit seinen Kunden vertraut geworden ist?

Wann hören diese Werbefuzzis und -tussis endlich auf, uns ihr Denglisch (Germany's most trusted detergent brand) aufzudrücken?
 
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  • Kajjo

    Senior Member
    Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“. Was soll das sein?
    die Waschmittelmarke, der Deutschlands Kunden am meisten vertrauen

    aber nicht gemeint ist: mit der Kunden vertraut sind / die Kunden vertraut ist

    Wann hören diese Werbefuzzis und -tussis endlich auf, uns ihr Denglisch (Germany's most trusted detergent brand) aufzudrücken?
    Meines Erachtens wird es eher schlimmer als besser. Ich höre und lese immer mehr Wendungen, die direkt aus dem Englischen dumm-übersetzt wurden. Manchmal entstehen aus diesen Dummübersetzungen dann sogar neue Verwendungen, die irgendwann als legitim empfunden werden. Ob man das dann gut oder schlecht findet, ist wohl eine Frage der persönlichen Ansichten.

    Ich empfand anfangs zum Beispiel auch "to share (social media) > teilen" furchtbar und wirklich einfach nur dumm-übersetzt. Inzwischen wird es so viel verwendet, dass es auch mir kaum noch auffällt. Gemeint ist ja nicht "teilen" , sondern entweder so etwas wie gemeinsam nutzen oder weiterleiten.

    Es kann deshalb auch in diesem Sinne keine „meistvertraute Waschmittelmarke Deutschlands“ geben, oder wie seht ihr das?
    Da bin ich definitiv deiner Meinung. Das ist ein Unwort und entweder lieblos übersetzt oder aber absichtlich zum Auffallen. Es heißt ja auch so schön: Besser schlecht auffallen als gar nicht auffallen!
     

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    die Waschmittelmarke, der Deutschlands Kunden am meisten vertrauen

    aber nicht gemeint ist: mit der Kunden vertraut sind / die Kunden vertraut ist

    [„meistvertraute (Waschmittelmarke)] ist ein Unwort und entweder lieblos übersetzt oder aber absichtlich zum Auffallen.
    :thumbsup: So sehe ich das auch.
     

    elroy

    Moderator: EHL, Arabic, Hebrew, German(-Spanish)
    US English, Palestinian Arabic bilingual
    Wie könnte man „Germany’s most trusted brand“ kurz und prägnant in unkontroverses Deutsch übersetzen?

    „Deutschlands bewährteste Marke“?
    „die Marke deutschen Vertrauens“?
    (beides etwas frei übersetzt)
     

    Kajjo

    Senior Member
    Ja, das ist gewiss die Ursache dieser Dumm-Übersetzung. Es gibt kein wirklich prägnantes Äquivalent im Deutschen.

    Persil, Deutschlands vertrauenswürdigstes Waschmittel

    Persil genießt das größte Vertrauen!
    Deutschlands Hausfrauen vertrauen Persil!
     

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    Wie könnte man „Germany’s most trusted brand“ kurz und prägnant in unkontroverses Deutsch übersetzen?
    „Deutschlands vertrauenwürdigste Waschmittelmarke“, aber für Werbung klingt das zu bieder.

    Außerdem sagt "vertrauenwürdig(ste)" nicht aus, ob/ dass die Verbraucher der Marke auch wirklich vertrauen.
    Siehe #26
     
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    bearded

    Senior Member
    Da ein möglicher Satzbau - neben ''ich bin mit etwas vertraut'' - auch ''mir ist etwas vertraut'' (mit 'vertraut' als Adjektiv) ist, so interpretiere ich Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke sinngemäß als

    ''Den Deutschen meistvertraute Waschmittelmarke''

    ,wobei der Genitiv ''Deutschlands'' freilich alles Andere als korrekt ist. Diesem Fehler liegt wahrscheinlich, wie schon von anderen erwähnt, eine falsche Übersetzung zugrunde.
     
    Last edited:

    Hutschi

    Senior Member
    Gerade in der Fernsehwerbung gehört: „Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“. Was soll das sein? Womit ist eine Waschmittelmarke aus Deutschland am meisten vertraut (ge)worden? Mit ihren Kunden? Soll das heißen; dass Mitbewerber einen weniger guten Draht zu ihren Kunden haben? Wie hat man diesen Grad an Vertrautheit des Waschmittelherstellers mit seinen Kunden gemessen?
    ...

    die Waschmittelmarke, der Deutschlands Kunden am meisten vertrauen

    aber nicht gemeint ist: mit der Kunden vertraut sind / die Kunden vertraut ist
    Ich verstehe es genau andersherum:
    Es gemeint die Waschmittelmarke, mit der die Leute in Deutschland am meisten vertraut sind.
    edit: Es könnte auch bedeuten, dass es die weltweit vertrauteste Waschmittelmarke aus Deutschland ist. Das hängt vom Kontext ab.

    ''Den Deutschen meistvertraute Waschmittelmarke''
    So sehe ich es auch.

    Ich verbessere hierbei nicht die Werbung und schreibe sie auch nicht um, um sie besser zu gestalten, sondern sage, wie ich sie verstehe.

    Was gemeint ist, weiß ich nicht, sondern nur, wie ich es lese.

    Die Marke ist nicht nur am meisten bekannt, sondern als Marke am meisten vertraut. Der Unterschied: Man kennt sie nicht nur, sondern sie gehört zum Alltag.

    Vergleiche:
    Duden:
    vertraut
    1. in naher Beziehung zu jemandem stehend; eng verbunden; ...
    2. wohlbekannt, gewohnt, nicht fremd
    ---
    Man muss beachten: Es geht hier um die Marke, nicht um Funktion oder Nutzen.

    ---

    Da es ja deutsch ist, kann es nicht zu einem Missverständnis in der Art "Come in and find out" = "Komm rein und finde raus (den Weg nach draußen)." kommen.
    (Gemeint war: "und finde es heraus." Das ergibt aber in Deutsch auch wenig Sinn.

    Edit: Wortdreher beseitigt.
     
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    Hutschi

    Senior Member
    Ich habe in #1 nichts von einer Übersetzung gelesen. Ein Sprachvergleich ist vorhanden. Aber der diente zur Illustration.
    Ich kann auch nichts bewerten, was ich nicht kenne.
    Einer Marke vertraue ich nicht, sie ist mir vertraut. ... oder eben nicht.
    Einem Waschmittel kann ich vertrauen oder misstrauen.
     

    Hutschi

    Senior Member
    „Vertrauen“ ist im Deutschen ein intransitives Verb. Man vertraut jemandem oder einer Sache. Ein Passiv von „vertrauen“ wie im Englischen (This detergent brand is trusted by most consumers in Germany) gibt es im Deutschen nicht!
    Es gibt das Adjektiv "vertraut". Wenn man mit etwas vertraut ist, ist es einem wohlbekannt. (Nicht einfach nur bekannt.)

    In: Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke ist es ein Adjektiv. Das erkennt man durch die Stellung und die Deklination.
    Es ist nicht die Marke, der am meisten vertraut wird, sondern die, die am vertrautesten ist.
    Ein Passiv von „vertrauen“ wie im Englischen (This detergent brand is trusted by most consumers in Germany) gibt es im Deutschen nicht!
    Genau. In dem deutschen Werbeslogan ist es kein Passiv, sondern ein Adjektiv.

    ---
    Ich gehe nicht von einer Fehlübersetzung aus, wie Kajjo.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Es gibt das Adjektiv "vertraut". Wenn man mit etwas vertraut ist, ist es einem wohlbekannt. (Nicht einfach nur bekannt.)
    Unstrittig. Diese mögliche Verwechslung war der Anlass für den Thread.

    Es ist nicht die Marke, der am meisten vertraut wird, sondern die, die am vertrautesten ist.
    Eben. Meine Güte!

    Gemeint ist aber die andere Bedeutung. Und das ist ganz sicher, weil wir wissen, aus welchem englischen Original es übersetzt wurde.

    Persil hat ja nun auf der eigenen Website auch manchmal "vertrauenswürdigste" verwendet, um den Fehler nicht zu wiederholen.
    Ich gehe nicht von einer Fehlübersetzung aus, wie Kajjo.
    Das ist keine Theorie von mir, sondern 100%ig sicher.

    most trusted
    =der am meisten vertraut wird


    Gemeint ist nicht "vertraut sein" im Sinne von "best known / very familiar".
     

    Hutschi

    Senior Member
    Ich denke, man kann es nur falsch interpretieren, wenn man es als Übersetzung betrachtet.
    In Deutsch ist es sehr eindeutig.

    Bei Werbung wird oft keine Übersetzung sondern eine dem Zielpublikum angepasste Form verwendet.
    Warum soll ich etwas übersetzen, wenn es eine bessere Werbung gibt?

    ---
    Ich stelle aber fest, dass wir übereinstimmen, dass es keine Übersetzung (im Sinne einer korrekten Übersetzung) aus dem Englischen ist.
    Du betrachtest es als Fehlübersetzung - ich als eigenständigen deutschen Satz.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, stimmen wir darüber überein, dass es eine zulässige deutsche Form ist.

    Der Unterschied:
    Ich sehe es als eigenständig und Du als Fehlübersetzung. Wenn es eine Übersetzung sein soll, ist sie jedenfalls als wörtliche Übersetzung falsch. Als kulturelle Übersetzung kann sie aber ok sein - darum geht es hier jedoch nicht, da Du diese Möglichkeit implizit bestreitest.


    Edit: leicht ergänzt:
    Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke - emotional geladen - emotionale Bindung
    Deutschlands vertrauenswürdigste Waschmittelmarke - technische Beschreibung - technische Eigenschaften, wie Zuverlässigkeit
     

    Hutschi

    Senior Member
    .: Ich kenne sie alle! Wenn jemand oder etwas mit etwas oder jemand anderem vertraut ist, so ist dies kein (Zustands-)Passiv, sondern ein Kopulaverb mit einem prädikativen Adjektiv.
    Genau. Aber so steht es nicht in der Werbung. Sie verwendet das Adjektiv "vertraut" in Zusammensetzung mit "meist".
    Das macht es implizit zu einem Superlativ, obwohl es grammatisch (syntaktisch) keiner ist.

    edit: "syntaktisch" zugefügt.
     
    Last edited:

    Frieder

    Senior Member
    Es ist nicht die Marke, der am meisten vertraut wird, sondern die, die am vertrautesten ist.
    Die Steigerungsformen von vertraut – sollte es so etwas überhaupt geben – sind doch: vertraut - vertrauter - am vertrautesten.

    Meistvertraut kommt da nicht vor. Aber Werbeleute waren schon immer gut darin, neue Begriffe zu erfinden (man denke nur an das mittlerweile schon fast etablierte unkaputtbar). Kann man auf diese Weise auch gleich noch einen neuen Anglizismus einführen – um so besser.

    Wenn Werbung kommt, schalte ich entweder um oder stumm :D. Deshalb ist das für mich kein Aufreger.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Die Steigerungsformen von vertraut – sollte es so etwas überhaupt geben – sind doch: vertraut - vertrauter - am vertrautesten.
    Genau. Deshalb habe ich auch "implizit" geschrieben. Grammatisch-syntaktisch ist es keine Steigerungsform, sondern nur inhaltlich (semantisch).

    Aber die Form selbst ist wohlbekannt und auch noch produktiv. (Deshalb stehen auch nicht alle Formen im Duden.)

    Beispiele:
    meistgesehen
    meistbegehrt
    meistbewundert
    meistbeteiligt
    meistbietend
    meistbenützt
    meistgebraucht
    meistgelesen

    mit "meist"=am meisten
     

    Frieder

    Senior Member
    Es ist nicht die Marke, der am meisten vertraut wird, sondern die, die am vertrautesten ist.
    Aber ich kann doch nicht am vertrautesten mit meistvertraut umschreiben. Ich kann nicht mehr vertraut mit etwas sein, höchstens besser vertraut oder tiefer vertraut. Daraus würde bestvertraut oder tiefstvertraut folgen.o_O

    Wie man es auch drehen mag: Irgendjemand hat sich hier in einer Art und Weise an der deutschen Sprache zu schaffen gemacht, die mir nicht behagt.

    Aber wie gesagt: Werbung geht mir sowieso am ...
     

    Hutschi

    Senior Member
    "Am meisten vertraut" ist ja lediglich eine (nicht sehr idiomatische) Umschreibung. "Meistvertraut" ist viel besser und wurde deshalb genutzt.

    Und: Es geht nicht darum, dass ich mit etwas vertraut bin, sondern dass mir und vielen anderen etwas vertraut ist.

    PS: Immerhin sind wir jetzt aber dabei, den Werbeslogan als für sich stehend statt als Fehlübersetzung zu betrachten.
     

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    Gemeint ist aber die andere Bedeutung.
    Auch auf Französisch wird das eindeutig klar: "Persil, élue marque la plus digne de confiance." = (wörtlich) Persil wurde zur Marke erkoren, die am meisten Vertrauen verdient = die vertrauenwürdigste Waschmittelmarke cf. (#6)
     

    Hutschi

    Senior Member
    Wir haben also zwei Gruppen:

    1. Deutsch, Französisch, Englisch:
    vertrauenswürdigste Marke (entsprechende Übersetzungen bzw. Slogans in Englisch und Französisch wurde von anderen beschrieben, ich wiederhole es hier nicht.)

    2. Deutsch:
    „Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“

    Der Unterschied ist klar:
    In 1. wird die Vetrauenswürdigkeit beschrieben (behauptet)
    In 2. wird die Vertrautheit beschrieben (behauptet)

    Es sind zwei verschiedene Sachen. 2. ist keine Übersetzung von 1. und umgekehrt, wenn man von der Bedeutung ausgeht.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Wir haben also zwei Gruppen:
    Der entscheidende Punkt des gesamten Threads ist, dass es nur eine Gruppe gibt und eine der deutschen Versionen eine Dummübersetzung ist, damit es genauso prägnant ist wie im Englischen. Nur dass das nicht funktioniert hat.

    Bitte verdrehe nicht Gernots Frage und den ganz eindeutigen Spruch. Immerhin gibt es ja auch auf der Website die längere deutsche Variante.

    Schau dir dir Persil-Website an und erkenne bitte, dass es um Vertrauen in die Marke geht, nicht um Vertrautheit.

    Wortverdreherei bringt uns nicht weiter.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Die Frage war:
    Gerade in der Fernsehwerbung gehört: „Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“. Was soll das sein?

    Das habe ich beantwortet. Natürlich im Rahmen dessen, dass ich annehme, dass der Satz das aussagt, was er aussagt.
    Was andere Sätze aussagen, hat damit nichts zu tun.


    Dass dieser deutsche Spruch völlig eindeutig ist, darin stimmen wir überein. Ich kann nicht sehen, dass er über Vertrauenswürdigkeit spricht (edit: außer über die Beziehung, dass Vertrautheit Vertrauenswürdigkeit schafft und umgekehrt). Aber eindeutig ist er.
     
    Last edited:

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    Dass dieser deutsche Spruch völlig eindeutig ist, darin stimmen wir überein. Ich kann nicht sehen, dass er über Vertrauenswürdigkeit spricht (edit: außer über die Beziehung, dass Vertrautheit Vertrauenswürdigkeit schafft und umgekehrt). Aber eindeutig ist er.
    Wie kannst Du das ↑ mit dieser Aussage ↓ vereinbaren?
    Ich verstehe es genau andersherum:
    Es gemeint die Waschmittelmarke, mit der die Leute in Deutschland am meisten vertraut sind.
    Für mich war von Anfang an klar, dass von Vertrauenswürdigkeit die Rede ist, die andere Interpretation hielt ich sofort für höchst unwahrscheinlich bzw. für auszuschließen, d.h. dass "meistvertraute" eine grobe Fehlübersetzung ist.
    Inzwischen habe ich einen Beleg dafür gefunden, es geht bei "Trusted Brand" nämlich um ein internationales, von Reader's Digest verliehenes Qualitätssiegel
    Reader’s Digest erhebt das Markenvertrauen von Konsumenten in Deutschland seit 2001 jährlich. In der aktuell vorliegenden, zusammen mit dem Aachener Institut Dialego erstellten Studie „Trusted Brand 2022“ wurde das aktuelle Markenvertrauen untersucht und die vertrauenswürdigsten Marken in Deutschland ermittelt."
    Trusted Brand 2022. Reader‘s Digest-Studie der vertrauenswürdigsten Marken Deutschlands – ndion
    das normalerweise mit "vertrauenswürdigste Marke" übersetzt wird.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Es ging um die Bedeutung von:
    „Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“. Was soll das sein?
    Es ging nicht um die Übersetzung von
    Wie kannst Du das ↑ mit dieser Aussage ↓ vereinbaren?

    Für mich war von Anfang an klar, dass von Vertrauenswürdigkeit die Rede ist, die andere Interpretation hielt ich sofort für höchst unwahrscheinlich bzw. für auszuschließen, d.h. dass "meistvertraute" eine grobe Fehlübersetzung ist.
    Inzwischen habe ich einen Beleg dafür gefunden, es geht bei "Trusted Brand" nämlich um ein internationales, von Reader's Digest verliehenes Qualitätssiegel

    das normalerweise mit "vertrauenswürdigste Marke" übersetzt wird.
     

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    Es ging um die Bedeutung von: [„Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke“]
    Und genau darüber gibt es keine einheitliche Meinung. Dieser deutsche Spruch ist nicht völlig eindeutig.

    Edit:
    Die eigentliche Frage lautet:
    „Vertrauen“ ist im Deutschen ein intransitives Verb. Man vertraut jemandem oder einer Sache. Ein Passiv von „vertrauen“ wie im Englischen (This detergent brand is trusted by most consumers in Germany) gibt es im Deutschen nicht! Es kann deshalb auch in diesem Sinne keine „meistvertraute Waschmittelmarke Deutschlands“ geben, oder wie seht ihr das?
     
    Last edited:

    διαφορετικός

    Senior Member
    Swiss German - Switzerland
    Vertrauen“ ist im Deutschen ein intransitives Verb. Man vertraut jemandem oder einer Sache. Ein Passiv von „vertrauen“ wie im Englischen (This detergent brand is trusted by most consumers in Germany) gibt es im Deutschen nicht! Es kann deshalb auch in diesem Sinne keine „meistvertraute Waschmittelmarke Deutschlands“ geben, oder wie seht ihr das?
    Ich glaube schon, dass es ein Passiv von "vertrauen" gibt: "Mir wurde vertraut."
    Gegen die adjektivische Verwendung (des passiv gemeinten Partizips Perfekt) spricht aber ...
    • ... die Existenz des echten Adjektivs "vertraut", mit dem man es verwechseln kann.
      • Dagegen könnte man aber argumentieren, dass man es dank dem Präfix "meist-" nun nicht mehr verwechselt, denn man weiss ja, dass die Steigerungsform von "vertraut" "vertrautest" lautet.
        • Andererseits ist es natürlich unschön, dass man das "falsche" "vertraut" nicht wie üblich steigern könnte. P.S.: Falsch, Zustandspassiv steigert man nicht unbedingt auf die übliche Art.
    • ... vermutlich auch die Dativ-Form ("man vertraute mir" / "mir wurde vertraut") des Objekts.
     
    Last edited:

    Hutschi

    Senior Member
    Dieser deutsche Spruch ist nicht völlig eindeutig.
    Das stimmt. Ich hatte es bereits geschrieben. "Völlig eindeutig" bezog sich auf "meistvertraute".

    "Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke" ist mehrdeutig und kann bedeuten:

    - Die den Deutschen meistvertraute Waschmittelmarke (wenn es sich auf die Bürger Deutschlands bezieht)
    - Die meistvertraute Waschmittelmarke aus Deutschland (Wenn es sich um das Verhältnis zu anderen Ländern handelt)

    Es geht darum, was einem meistvertraut ist.

    PS: Es haben mehrere darauf hingewiesen, dass es nicht bedeuten kann: Die Waschmittelmarke, der man am meisten vertraut.
    2. PS: Vertrauenswürdig kann es aus syntaktischen Gründen nicht bedeuten:
    most trusted
    =der am meisten vertraut wird

    Das ist nicht "meistvertraut" im gegebenen Wortlaut.
    Wie Kajo und andere richtig beschrieben: "Waschmittelmarke Deutschlands, der am meisten vertraut wird" bedeutet nicht "Deutschlands meistvertraute Waschmittelmarke" und umgekehrt.
     
    Last edited:

    Gernot Back

    Senior Member
    German - Germany
    Vielen Dank für alle eure Beiträge. Ich habe den Persil-Slogan übrigens heute auch dem Verein Deutsche Sprache e. V., in dem ich seit zwei Jahren Mitglied bin, zur Aufnahme in den Aglizismenindex empfohlen. Interessanterweise handelt es sich ja hier um einen grammatischen und keinen lexikalischen Anglizismus.
     
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