die Seele als "mind" und "soul"

Guten Tag,
Ich habe bemerkt, daß die Seele nicht nur "mind" im Englischen ist, sondern auch "soul". Ich muß zugeben, daß ich keine religiöse Person bin aber meiner Meinung nach gibt es wirklich einen Unterschied dazwischen. Einerseits hat die Seele im Sinne von "soul" wirklich nichts mit dem Kopf zu tun. Andererseits hat die Seele im Sinne von "mind" ganz klar mit dem Kopf und nämlich das Gehirn zu tun.

Habt ihr irgendwelche Gedenken oder irgendeine Einsicht, wie es dazu gekommen ist? Was sind euere Gedenken? Ich freue mich auf euere Antworten.

Drei
 
  • übermönch

    Senior Member
    World - 1.German, 2.Russian, 3.English
    Ich habe bisher nicht gehört, dass man Seele als mind übersetze. 'Seele' bedeutet das englishe 'soul', während 'Verstand' eigentlich 'mind' bedeuten sollte. Anscheinend haben sowohl 'mind' als auch 'Seele' so viele Nebenbedeutungen, dass es sich überlappt.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Hallo Drei,
    da hast Du einfach recht! Das deutsche Wort "Seele" hat eine deutlich breitere Bedeutung als das englische Wort. Im Deutschen kann Seele auch im Sinne von Psyche oder Gemüt verwendet werden, während im Englischen mit mind and soul eine deutliche Trennung vorhanden ist. Das kann man wohl leider nicht ändern!

    Persönlich finde ich die Vorstellung einer religiösen Seele sowieso schwierig und ich kann nachvollziehen, warum es im Deutschen als eine Einheit gesehen wird: Alles, was mit Geist (spirit), Seele (soul), Psyche (mind), Verstand (ratio), Gemüt und Wille zu tun hat, kann ja kaum richtig voneinander getrennt werden, sondern es sind eher verschiedene Sichtweisen oder Betonungen eines Konzepts. Für mich sind all diese Erscheinungen nur Beschreibung für etwas, das wir uns noch nicht abschließend erklären können, aber das sicherlich auf natürlichen, physiologischen Prozessen beruht.

    Kajjo
     

    FloVi

    Senior Member
    Deutsch / Deutschland
    Kajjo said:
    Alles, was mit Geist (spirit), Seele (soul), Psyche (mind), Verstand (ratio), Gemüt und Wille zu tun hat, kann ja kaum richtig voneinander getrennt werden, sondern es sind eher verschiedene Sichtweisen oder Betonungen eines Konzepts. Für mich sind all diese Erscheinungen nur Beschreibung für etwas, das wir uns noch nicht abschließend erklären können, aber das sicherlich auf natürlichen, physiologischen Prozessen beruht.
    Da kommt dann die Synergie ins Spiel. Das Ganze ist halt doch mehr als nur die Summe seiner Teile!
     

    Kajjo

    Senior Member
    FloVi said:
    Da kommt dann die Synergie ins Spiel. Das Ganze ist halt doch mehr als nur die Summe seiner Teile!
    Naja, oder man könnte hier vielleicht sagen, daß die Teile, die wir sehen und verstehen, eben noch längst nicht das Ganze bilden.

    Jeder menschliche oder tierische Körper bildet eine Einheit und wir können Teilaspekte beschreiben, z.B. Verstand, Nierenfunktion oder Gemütslage. Manche dieser Aspekte lassen sich mit unserem heutigen Wissensstand leichter technisch-physiologisch exakt beschreiben (Nierenfunktion) als andere (Gemüt und Wille) -- aber die Tatsache, daß etwas schwierig zu verstehen oder zu beschreiben ist, sollte uns nicht dazu verleiten anzunehmen, daß jene Dinge nicht genauso physiologisch und natürlich sind wie diejenigen, die wir bereits verstehen.

    Grüße,
    Kajjo
     

    FloVi

    Senior Member
    Deutsch / Deutschland
    Kajjo said:
    Naja, oder man könnte hier vielleicht sagen, daß die Teile, die wir sehen und verstehen, eben noch längst nicht das Ganze bilden.
    Ich glaube auch nicht, dass wir Vorgänge wie "denken" und "verstehen" in absehbarer Zeit verstehen werden ;-)

    Da ist es natürlich einfach, eine "göttliche Kraft" hinter Allem zu vermuten. Allerdings ist diese Theorie nach derzeitigem Wissensstand genauso zulässig wie alle anderen, also lohnt es nicht, darüber zu streiten. Tragisch, dass "beide Lager" so fanatisch an die Sache herangehen.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Hallo Flovi,
    da hast Du aber doppelt recht! Fanatismus ist das Grundübel, nicht das Nicht-Wissen. Und ganz bestimmt werden wir noch lange Zeit daran zu forschen haben, wie denn nun Verstand, Bewußtsein und Wille zu erklären sind -- wenn es denn überhaupt jemals vollständig geklärt wird.

    Die Menschheitsgeschichte hat gezeigt, daß solange übersinnliche Phänomene hinter allem Möglichen vermutet werden, bis man es plötzlich versteht. Dann ist es auf einmal ganz selbstverständlich. Traurig, aber wahr. Ich lebe da lieber mit der Erkenntnis, daß wir halt nicht alles wissen und vielleicht auch niemals wissen werden als mir irgendwelche Begründungen zusammenzureimen.

    Natürlich ist jede Theorie vom Prinzip her zulässig, aber je mehr unbekannte und unbegründete Variablen eingeführt werden müssen, umso weniger wahrscheinlich ist sie. Je mehr sich eine Theorie in alles Bekannte einfügt und es zugleich erweitert, desto plausibler ist sie. Das heißt aber nicht, daß nicht etliche große Entdeckungen gerade zu ihrer Zeit weit über das Bekannte hinausgegangen sind -- man braucht dann aber gute Gründe und Beweise.

    "Hörst Du Hufschlag, denk an Pferde und nicht an Zebras!" (gilt natürlich nur in Mitteleuropa und außerhalb von Zoos)

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
    Kajjo
     

    FloVi

    Senior Member
    Deutsch / Deutschland
    "Hier in der Zeitung steht, die größten Übel unserer Zeit seien Unwissenheit und Desinteresse!"
    "Davon hab' ich keine Ahnung und das ist mir auch egal..."
     
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