Ein WC ging nicht einzubauen

Hutschi

Senior Member
(1) Ist folgender Satz standardsprachlich?

Ein WC ging damals nicht einzubauen.

Oder muss es heißen:
(2) Es war damals aus praktischen und technischen Gründen nicht möglich, ein WC einzubauen.
?

Ist der Satz (1) gleichbedeutend zu
(3) Es war damals nicht möglich, ein WC einzubauen.
?
 
  • Kajjo

    Senior Member
    1 Ein WC ging damals nicht einzubauen. :cross:
    3 Es war damals nicht möglich, ein WC einzubauen .:tick:

    4 Es konnte damals kein WC eingebaut werden. :tick:
    5 Ein WC konnte damals nicht eingebaut werden. :tick:

    Meines Erachtens sind die Sätze 1 und 3 inhaltlich nahezu identisch.

    Satz 1 ist meiner Meinung nach nicht standardsprachlich, auch wenn ich diese umgangssprachliche Verwendung von etwas geht zu tun kenne.

    Das ging nicht! :tick:
    Das geht schon! :tick:

    Aber nicht: Das geht einzubauen. :cross:
    Richtig: Das kann man einbauen. Das ist einbaubar.

    Kajjo
     

    Voxy

    Senior Member
    Deutschland, deutsch
    (1) Ist folgender Satz standardsprachlich?

    Ein WC ging damals nicht einzubauen.

    Oder muss es heißen:
    (2) Es war damals aus praktischen und technischen Gründen nicht möglich, ein WC einzubauen.
    ?

    Ist der Satz (1) gleichbedeutend zu
    (3) Es war damals nicht möglich, ein WC einzubauen.
    ?
    Mir wäre jetzt gar nicht aufgefallen, daß der Satz nicht standardsprachlich ist.:eek:

    Er fühlt sich auf jeden Fall sehr richtig an.

    Voxy
     

    Hutschi

    Senior Member
    Meines Erachtens sind die Sätze 1 und 3 inhaltlich nahezu identisch.


    Kajjo
    "Nahezu" stimmt. Der Unterschied besteht meiner Meinung nach darin, dass bei "es war nicht möglich" die ökonomischen Möglichkeiten eine stärkere Rolle spielen, als bei "es ging nicht". Bei "es ging nicht" ist etwas stärker die objektive Möglichkeit gemeint, bei "es war nicht möglich" ist über den Grund gar nichts gesagt.

    Beispiel: Die Strecke ging nicht zu befahren. (Ursache liegt in der Strecke.)
    Es war nicht möglich, die Strecke zu befahren. (Ursache kann in der Strecke liegen, aber auch außerhalb.)

    Unklar ist mir, wie man den Unterschied standardsprachlich ausdrücken kann, ohne dass der Satz kompliziert wird.
     

    RivkaS

    Senior Member
    German
    Was hat das damit zu tun?
    Das hat etwas damit zu tun, daß mal wieder die Volkssprache dem Hochdeutsch vorgezogen wird wie bei der Konstruktion:

    ich will nicht, weil.... - falsche Stellung des "weil", es gibt bestimmt noch so ein paar hübsche Späßchen, die ich in den letzten Jahren nicht mitbekommen habe.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Ich sehe keinen Widerspruch zwischen "Volkssprache" und Hochdeutsch. Es gibt Sprachentwicklungen und es gibt regionale Ausdrucksformen. Die Sprache wird ärmer, wenn man das alles wegschneidet. Mit "Verdummung" hat es nichts zu tun. Wichtig ist eher, dass man die Sprache richtig an der richtigen Stelle anwendet.

    ---

    Zu "Ein WC ging nicht einzubauen" ist die Form, die der Bedeutung näher kommt als "es war nicht möglich, ein WC einzubauen", "ein WC war nicht einbaubar."

    Die Redewendung mit "gehen" ist viel viel älter als die mit "weil". Ich nehme aber an, sie wird regional unterschiedlich häufig verwendet.

    Mir war nicht bewusst, dass "etwas geht nicht" eine nicht-standardsprachliche Wendung ist.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Der Unterschied besteht meiner Meinung nach darin, dass bei "es war nicht möglich" die ökonomischen Möglichkeiten eine stärkere Rolle spielen, als bei "es ging nicht". Bei "es ging nicht" ist etwas stärker die objektive Möglichkeit gemeint, bei "es war nicht möglich" ist über den Grund gar nichts gesagt.
    Diesen Unterschied lese ich nicht heraus. Beide Varianten sagen nur, daß es unmöglich war. Es mag sein, daß dialektal hier versteckte Bedeutungen eine Rolle spielen, aber "nicht möglich sein" kann sich durchaus auf die Platzverhältnisse oder die technischen Gegebenheiten beziehen, nicht nur auf finanzielle Rahmenbedingungen.

    Die Strecke ging nicht zu befahren.
    Genauso in diesem Beispiel. Allerdings klingt dieses Beispiel für mich noch falscher!

    :tick: Konntest Du die Strecke befahren? Nein, das ging nicht.
    :cross: Ging es, die Strecke zu befahren? Nein, die Strecke ging nicht zu befahren.

    Standardsprachlich steht "etwas geht" mit es, das, etwas und immer ohne Infinitivkonstruktion.

    Unklar ist mir, wie man den Unterschied standardsprachlich ausdrücken kann, ohne dass der Satz kompliziert wird.
    Diese versteckte Bedeutung ist meines Erachtens gar nicht in der "es ging nicht"-Variante enthalten. Es mag bei Euch so üblich sein (dialektal, regional oder familiär), aber andere Nutzer dieser nicht-standardsprachlichen Variante müßte sich zu dieser Bedeutungsnuance einmal äußern, bitte!

    Kajjo
     

    martl

    Member
    Germany, German
    Hi!

    1 Ein WC ging damals nicht einzubauen. :cross:
    3 Es war damals nicht möglich, ein WC einzubauen .:tick:

    4 Es konnte damals kein WC eingebaut werden. :tick:
    5 Ein WC konnte damals nicht eingebaut werden. :tick:

    Meines Erachtens sind die Sätze 1 und 3 inhaltlich nahezu identisch.
    ich bin anderer Meinung. Satz 3 legt durch die Satzstellung die Betonung auf das WC, das nicht eingebaut weden konnte. "Ein WC konnte damals nicht eingebaut werden (Etwas anderes aber schon)"
    Eine geringfügig andere Bedeutung als Satz 1 also.
     
    < Previous | Next >
    Top