Gevatterin Tod

Luchjo

Senior Member
Hispana - Kolombio
Hola amigos. En alemán, siendo la Muerte un hombre (véase https://youtu.be/OuWQ9qt2Hus?t=1023), ¿cómo le suena a un germanohablante la expresión Gevatterin Tod? Lo pregunto porque si dijéramos en castellano "el compadre Muerte", eso a mí me sonaría risible y absurdo, aunque gramaticalmente no esté mal:

Ich ging hinein. Ich stellte den Koffer ab, und da sah ich
Gevatterin Tod, die fiese Nervensäge mit dem unsäglichen Lächeln auf der Treppe sitzen, auf der untersten Stufe.
(Fernando Vallejo. Der Abgrund [trad. de Svenja Becker]).

El original dice:

Pasé. Descargué la maleta en el piso y entonces vi a la Muerte en la escalera, instalada allí la puta perra con su sonrisita inefable, en el primer escalón.

Gracias de antemano.

 
Last edited:
  • kunvla

    Senior Member
    Ruso
    Es gibt eine relativ bekannte Oper namens Gevatterin Tod vom tschechischen Komponisten Rudolf Karel. Auch ist das die Bezeichnung für die Figur Gevatterin Tod (russ. Смерть [smert' oder smertj] f, poln. śmierć f, tsch. smrt f = la Muerte) in vielen slawischen Märchen. Obwohl der Begriff in der deutschen Literatur bekannt, da relativ verbreitet, ist, kann ich nicht behaupten, ob ihn alle Deutsche kennen.

    Saludos,
     
    Last edited:

    Alemanita

    Senior Member
    German, Germany
    Sehr bekannt ist allerdings auch die Zeile "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland"; allgemein kann ich nach meiner Beobachtung sagen, dass der Tod mehr als Neutrum wahrgenommen wird, bzw. in den Darstellungen geschlechtslos, als Gerippe mit einer Sense (ach ja, richtig: der Sensenmann...)
    In einer Übersetzung aus einer anderen Sprache würde ich als halbwegs informierter Leser verstehen, dass man eben einen Kunstgriff anwenden muss, um die ursprüngliche Aussage des Schriftstellers zu transportieren. Kunvla, ich würde sagen, dass der Begriff Gevatterin Tod dem durchschnittlichen Deutschen nichts sagt, obwohl er wohl sofort begreift, was damit gemeint sein kann. Auch habe ich Die Tödin, obwohl ich eine alles verschlingende Leseratte bin, noch nie gesehen.

    Nachtrag: Ich sehe gerade auf S. 305 des o.a. Buches, dass Notburga in Nordtirol als "Schnitterin Tod" dargestellt wird (Notburga kenne ich als Patronin der Bauern, Dienstmägde und der Armen; daher hat sie wohl die Sichel in der Hand).

    Tienes razón, luchjo, uno se entera de cosas en estos foros... increíbles!
     
    Last edited:

    kunvla

    Senior Member
    Ruso
    Sehr bekannt ist allerdings auch die Zeile "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland"; allgemein kann ich nach meiner Beobachtung sagen, dass der Tod mehr als Neutrum wahrgenommen wird, bzw. in den Darstellungen geschlechtslos, als Gerippe mit einer Sense (ach ja, richtig: der Sensenmann...)
    Alemanita, kennst du das Märchen Der Gevatter Tod von den Gebrüdern Grimm? Der ist doch männlich.
    Tienes razón, luchjo, uno se entera de cosas en estos foros... increíbles!
    No, mujer, no son tan increíbles como parecen... al ser leídas por primera vez.:D

    Saludos,
     

    Alemanita

    Senior Member
    German, Germany
    Ja, kunvla, das Märchen kenne ich und natürlich auch die Bezeichnung "Gevatter" im Sinne von Taufpate, die in der weiblichen Form "Gevatterin" ja eigentlich eine 'Vergewaltigung' der deutschen Sprache ist, da das Wort aus dem lateinische compater > Mitvater (in geistlicher Verantwortung) stammt und sobald diese Funktion des (Tauf)paten auch von Frauen wahrgenommen wurde, hätte man z. B. *Gemutter neuschöpfen können, wie es das ja auf spanisch gibt: compadre y comadre.

    Aber, kunvla, kennst du 'San La Muerte'? Kein katholischer Heiliger, sondern (Zitat Wiki): un personaje o entidad venerada en Latinoamérica. (No confundirse con La santa muerte.) Bitte dort weiterlesen.
    Saludos.
     

    kunvla

    Senior Member
    Ruso
    Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache:
    Gevatter m. ‘Pate, Onkel, Freund’, ahd. gifatero ‘Taufzeuge, Pate’ (Hs. 12. Jh.), mhd. gevater(e), mnd. gevadder, aengl. gefædera ist Übersetzungswort der christlichen Missionstätigkeit von kirchenlat. compater ‘geistlicher Mitvater, Taufzeuge’ (s. Vater) und bezeichnet den ‘Taufzeugen’ in seinem Verhältnis zu den Eltern des Täuflings, dann auch den ‘Paten’ in seinem Verhältnis zum Täufling. Seit dem 15. Jh. verliert Gevatter allmählich seine kirchenrechtliche Bedeutung, wird weitgehend von Pate (s. d.) verdrängt und entwickelt sich zur vertraulichen Anrede für Freunde und Bekannte. Im Gegensatz zu Vater bewahrt Gevatter den alten kurzen Vokal.
    Früher bezeugt ist die fem. Form ahd. gifatera ‘Patin’, aber auch schon vertrauliche Anrede für eine ältere Person ‘Alte’ (10. Jh.), mhd. gevatere, seit dem 15. Jh. dafür Gevatterin. – Gevatterschaft f. ‘Patenschaft’, mhd. gevaterschaft.
    Saludos,
     
    < Previous | Next >
    Top