Ich bin (ein) Soldat, der...

gramster

Senior Member
English - USA
Eine Frage zum Artikelgebrauch...

Sagt man besser:

"Ich bin ein Soldat, der mit seinen großen Stiefeln und seinem Koppel und seinem Brotbeutel klein unter dem hohen Himmel den Weg geht."

"Ich bin ein Soldat, der rasch vergißt und nur selten noch traurig ist."

"Ich bin ein Soldat, der immer weitergeht unter dem großen Nachthimmel."

oder:

"Ich bin Soldat, der..."

oder:

"Ich bin der Soldat, der..."

???

Kontext: Ich versuche, den folgenden Absatz in mehrere kleinere, einfachere Sätze aufzuteilen:

"Ich sehe im Halbschlaf Kat den Löffel heben und senken, ich liebe ihn, seine Schultern, seine eckige, gebeugte Gestalt – und zu gleicher Zeit sehe ich hinter ihm Wälder und Sterne, und eine gute Stimme sagt Worte, die mir Ruhe geben, mir, einem Soldaten, der mit seinen großen Stiefeln und seinem Koppel und seinem Brotbeutel klein unter dem hohen Himmel den Weg geht, der vor ihm liegt, der rasch vergißt und nur selten noch traurig ist, der immer weitergeht unter dem großen Nachthimmel."

Remarque, E.M.. Im Westen nichts Neues: Roman. Ohne Material. (German Edition) (p. 88). Kiepenheuer & Witsch eBook. Kindle Edition.

Mit bestem Dank im Voraus.
 
  • Kajjo

    Senior Member
    Ich bin ein Soldat, der...

    Dies würde den Unterschied zu anderen Typen von Soldaten betonen.

    Ich bin Soldat und gehe...

    Dies wäre sehr neutral und ist die empfehlenswerte Lösung. Lass den Relativsatz weg und verbinde die Teile mit der Konjunktion "und".
     

    JClaudeK

    Senior Member
    Français France, Deutsch (SW-Dtl.)
    Lass den Relativsatz weg und verbinde die Teile mit der Konjunktion "und".
    Ich bin Soldat und gehe...
    Wie willst Du das mit "mir, einem Soldaten, der ...., der ...., der ....." vereinbaren?
    Worte, die mir Ruhe geben, mir, einem Soldaten, der mit seinen großen Stiefeln und seinem Koppel und seinem Brotbeutel klein unter dem hohen Himmel den Weg geht, der ....., der .....
     

    Gernot Back

    Senior Member
    German - Germany
    Remarque; E.M.. Im Westen nichts Neues said:
    "Ich sehe im Halbschlaf Kat den Löffel heben und senken, ich liebe ihn, seine Schultern, seine eckige, gebeugte Gestalt – und zu gleicher Zeit sehe ich hinter ihm Wälder und Sterne, und eine gute Stimme sagt Worte, die mir Ruhe geben, mir, einem Soldaten, der mit seinen großen Stiefeln und seinem Koppel und seinem Brotbeutel klein unter dem hohen Himmel den Weg geht, der vor ihm liegt, der rasch vergißt und nur selten noch traurig ist, der immer weitergeht unter dem großen Nachthimmel."
    Ich denke, Remarque meint hier, dass nicht nur sein Ich-Protagonist als Soldat, sondern Soldaten per se sich so verhalten und fühlen. Der auf Soldat(en) folgende Relativsatz ist also ein explikativer (non-defining), kein restriktiver (defining) Relativsatz*.

    Normalerweise würde man bei einem explikativen Relativsatz keinen Artikel beim Bezugswort verwenden:

    Ich bin Ø Soldat, der als solcher rasch vergisst und nur selten traurig ist.

    Bei einem restriktiven Relativsatz würde man hingegen einen Artikel setzen:

    Ich bin ein/der Soldat, der anders als (die) andere(n) Soldaten rasch vergisst und nur selten traurig ist.

    Remarque hat den unbestimmten Artikel in diesem Satz jedoch trotz explikativ intendierter Bedeutung des Relativsatzes gesetzt, wahrscheinlich um eindeutige Kongruenz der Apposition herzustellen, sowohl was Numerus als auch Kasus betrifft. Die Alternative wäre zwar inkongruent, aber immer noch grammatisch gewesen:

    Worte, die mir Ruhe geben, mir Ø Soldaten, der (...) rasch vergisst und nur selten noch traurig ist

    *Du solltest also dir bei deiner Übersetzung also weniger Gedanken um den Artikel vor dem Bezugswort als um das Komma vor dem Relativsatz machen.
     
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