König, zwanzig, einzig (Aussprache -ig)

  • jokasta

    Member
    Greece-Greek
    Hallo.My question doesn't have to do with a translation but more with the accent. I used to pronounce for example the number ''dreißig'' als ''dreißich''(ich-laut) and nobody has corrected me before. But today i heard it on the tv pronounced like ''dreißik''. Is only the ''dreißik'' right or it has to do with different regional pronunciations and both are right?
    Thank you
     

    uguban

    Senior Member
    Germany, german
    In 'standard' German we pronouce the ending -ig like 'ich' (wichtig = wichtich, but: in 'wichtige' the -g- is pronounced) . There are some dialects in which the ending is ponounced like you heard in on TV (-ik). But of course both pronounciations are correct. (I'm not even sure if some people pronounce the ending like -ik, just because they have in mind how the word is written.)
     

    Aurin

    Senior Member
    Alemania (alemán)
    I want to add that the "g" in "-ig" ending words is pronounced "g" when it is followed by an termination.
    Ein falscher "Fuffziger" (=Fünfziger)
    Die Musik der dreißiger Jahre
     

    Aurin

    Senior Member
    Alemania (alemán)
    Zum Thema ein interessanter Link:
    "Was sich nicht zur Norm der Hochlautung fügt, […] ist aber nicht ohne weiteres allgemein als Nichthochlautung zu bezeichnen. Es gibt nämlich Regeln für landschaftliche Hochlautung in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz, die auf Grund eigenständiger Entwicklungen dort ebenso legitim sind wie Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in diesen und anderen Außengebieten des deutschen Sprachraums. […] Ganz allgemein wird im Rahmen der gemäßigten Hochlautung im Süden Deutschlands bei der Nachsilbe -ig die Aussprache [Ik] statt [Iç] zugelassen […]"
     

    Acrolect

    Senior Member
    German, Austria
    Zum Thema ein interessanter Link:
    "Was sich nicht zur Norm der Hochlautung fügt, […] ist aber nicht ohne weiteres allgemein als Nichthochlautung zu bezeichnen. Es gibt nämlich Regeln für landschaftliche Hochlautung in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz, die auf Grund eigenständiger Entwicklungen dort ebenso legitim sind wie Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in diesen und anderen Außengebieten des deutschen Sprachraums. […] Ganz allgemein wird im Rahmen der gemäßigten Hochlautung im Süden Deutschlands bei der Nachsilbe -ig die Aussprache [Ik] statt [Iç] zugelassen […]"

    Ich finde zwar den Ausdruck landschaftlich in der Linguistik befremdlich (weil das für mich ein rein geographischer Ausdruck ist, und weil er suggeriert, dass Deutschland urbaner ist als Österreich und die Schweiz), aber die Grundaussage stimmt: die Aussprache mit dem Frikativ am Ende [ç], ist 'nur' bundesrepublikanisch Standard, in der Standardaussprache des österreichischen Deutsch (nicht notwendigerweise in den Dialekten - da gibt es weitere Varianten) werden Wörter auf <ig> mit dem Plosiv [k] ausgesprochen. Es sei für Sprachlernende, deren Zielvariante möglicherweise nicht bundesdeutsches Deutsch ist, hinzugefügt, dass sich Realisierungen wie Könich u.Ä. zumindest in Österreich als sehr markiert BRdeutsch anhören.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Der Ausdruck landschaftlich ist nur das deutsche Äquivalent von regional, soll also keineswegs auf urbane oder ländliche Gegensätze anspielen. Der von Dir ins Spiel gebrachte Ausdruck bundesdeutsch ist eigentlich abwegig, da dafür bereits die Ausdrücke hochdeutsch und standarddeutsch zur Verfügung stehen.

    Für alle Deutschschüler: Die hochdeutsche Aussprache laut Duden ist König = [Könich] und jegliche Diskussion über Abweichungen betrifft nur dialektale und regionale Varianten.

    Kajjo
     

    Schmizzkazz

    Senior Member
    German
    Die -ig/-ik-Variante ist einfach falsch und wird häufig von Dialekt-Sprechern verwandt, die die hochsprachliche Lautung nicht beherrschen und es "zu gut meinen".

    Einspruch, Euer Ehren.
    Diese Variante ist nicht "einfach falsch" und auch kein "Dialekt".

    Wir haben hier einen ähnlichen Fall wie bei der Aussprache von "China" und "Chemie".

    *kina* und *kemie* sind nicht etwa falsch und Dialekt.
    Sie sind die akzeptierte süddeutsche Variante der Standard-Sprache.

    Und so ist auch *könig* mit g am Ende die akzeptierte süddeutsche Variante der Standard-Sprache.

    Über *könisch* mit sch am Ende will ich im Moment keine Aussage machen.

    *könich* mit ch am Ende akzeptiere ich als norddeutsche Variante der Standard-Sprache, aber nicht als die allein richtige und alleinseligmachende Form.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Übrigens wird die Aussprache - *könich* - in vielen Zusammensetzungen blockiert.
    Beispiel: "Königreich" - hier ist die ig/ik-Variante Standard, auch im Plural wird sie verwendet (Könige). *)
    In jedem Fall treten aber alle Varianten auf.

    Zur Frage des Standards stimme ich Acrolect (62) zu, es gibt verschiedene Standardaussprachen.

    ("Landschaftlich" ist aber in der Linguistik etabliert, wie auch Kajjo in #64 schrieb.)

    Die Diskussion ist schon ziemlich alt. Interessant wäre, ob es in der Zwischenzeit Änderungen gab.

    Noch eine Quelle:
    Duden | Zweifelsfälle bei der Aussprache

    [...] Dasselbe gilt auch für die Buchstabenfolge -ig: Auch hier wird das auslautende -g standardsprachlich nicht wie ein k [k] gesprochen, sondern wie der Reibelaut in dem Wort „ich". [...] Sobald aber durch Deklination weitere Buchstaben hinzutreten, wird das g wieder wie g gesprochen: die Könige, eilige Nachrichten, in einer sperrigen Kiste. Folgt der Endung -ig die Ableitungssilbe -lich (königlich), so wird das g wie ein k [k] gesprochen. [...]

    Gilt das auch für den Genitiv?
    ("des Königs")

    ---
    *) edit: Quelle ergänzt: Wie von Kajjo schon vor Jahren erwähnt wurde, und wie es im Ausspracheduden steht.
     
    Last edited:

    Schmizzkazz

    Senior Member
    German
    Gilt das auch für den Genitiv?
    ("des Königs")

    Oder bei: Königsohn - oder Königs-Sohn.
    Das würde mich auch interessieren. :)

    Selber spreche ich aber sowieso dieses g immer als g.
    Ob nun bei König oder königlich oder Königreich oder Könige oder Königs - immer ein g.
     

    Kajjo

    Senior Member
    Und so ist auch *könig* mit g am Ende die akzeptierte süddeutsche Variante der Standard-Sprache.
    Das ist sachlich falsch und keineswegs mit dem Fall "China" vergleichbar. Im Duden gibt es hier KEINE zweite Aussprache-Angabe, weder als süddeutsch markiert noch unmarkiert. Das ist ein entscheidender Unterschied!

    Bin gespannt, was Berndf dazu sagt. Hier gibt es nun wirklich keine Markierung im Duden.

    *könich* mit ch am Ende akzeptiere ich als norddeutsche Variante der Standard-Sprache, aber nicht als die allein richtige und alleinseligmachende Form.
    Damit liegst du dann aber wirklich falsch. Es ist zum Haareraufen hier -- immer diese dialektalen Diskussionen. Es ist traurig, dass Muttersprachler nicht wissen, wie bestimmte Wörter standardsprachlich ausgesprochen werden, und zwar ganz unabhängig davon, wie sie sie zuhause mit dialektalem Einfluss aussprechen. man hört doch auch Tagesschau und Schulen sollten es korrekt unterrichten.

    Wir müssen uns schon auf den Duden einigen können und auf eine Definition dessen, was standardsprachlich ist.
     
    Last edited:

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Das ist sachlich falsch und keineswegs mit dem Fall "China" vergleichbar. Im Duden gibt es hier KEINE zweite Aussprache-Angabe, weder als süddeutsch markiert noch unmarkiert. Das ist ein entscheidender Unterschied!

    Bin gespannt, was Berndf dazu sagt. Hier gibt es nun wirklich keine Markierung im Duden.
    Ja, ich sehe hier auch einen Unterschied.
    Es ist traurig, dass Muttersprachler nicht wissen, wie bestimmte Wörter standardsprachlich ausgesprochen werden, und zwar ganz unabhängig davon, wie sie sie zuhause mit dialektalem Einfluss aussprechen.
    Naja, ich finde das eigentlich ziemlich unbedeutend. Es ist eigentlich jedem klar, dass er mit beiden Aussprachen rechnen muss und es kommt deswegen auch zu keinen Kommunikationsproblemen. Ich habe Könik auch schon in Standardtexten reinsten Wassers gehört (z.B. von Gründgens als Mephisto in der berühmten Aufnahme aus dem Hamburger Schauspielhaus von 1960). Es ist richtig, dass nur Könich Standardlautung ist, viel mehr als ein Label ist das aber nicht.
     

    Demiurg

    Senior Member
    German
    Hier gibt's einen guten Überblick über das Thema: Das einzIGartIGe „IG“.

    Besonders interessant:
    Uneins sind sich die Autoren besonders in der Aussprache des Wortes „Königreich“. Während das Große Wörterbuch der Deutschen Aussprache sowohl die Frikativ- (erstgenannt) als auch die Plosivvariante zulässt, halten sich viele Autoren an Siebs, der „aus Gründen des Wohlklangs“ (2000: 100) die Aussprache des [ık] empfiehlt, da unmittelbar danach ein weiteres [ç] in <~reich> folgt. Dies würde jedoch auch bedeuten, dass in anderen Worten, wie „honigbleich“ oder „einzigartig“ das erste mit Plosiv realisiert werden sollte, was so jedoch nicht empfohlen wird. Diese Inkonsequenz lässt vermuten, dass das Wort „Königreich“ eine Ausnahme darstellt.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Hier gibt's einen guten Überblick über das Thema: Das einzIGartIGe „IG“.

    Besonders interessant:
    Danke. Das ist sehr interessant.

    Auch: "Es sollte immer beachtet werden, dass die Standardaussprache eine Ausspracheempfehlung ist, kein Aussprachegesetz." (ebenda)

    Edit:
    Im Unterricht erscheint die Thematisierung sowohl in der Rezeption für das bessere Sprachverstehen als auch in der Produktion notwendig: So kann zum einen eine Hörübung damit verbunden werden, dass süddeutsche als auch norddeutsche Realisationen erkannt, verstanden und eingeordnet werden. Für das Sprechen empfiehlt sich jedoch der Standard.
    (ebenda)
     
    Last edited:

    Kajjo

    Senior Member
    Aber Hutschi, Zitat: "Für das Sprechen empfiehlt sich jedoch der Standard." -- es gibt also EINEN Standard und nicht ZWEI.

    Wenn du die Aussprache *kina" für China und die Aussprache *könig* für König für Dialekt hältst, dann bist eindeutig du es, der hier falsch liegt.
    Woraus schließt du das?!
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Hier gibt's einen guten Überblick über das Thema: Das einzIGartIGe „IG“.
    Noch eine kleine Bemerkung hierzu. In der Einleitung steht:
    Während jedoch im nordwestdeutschen Raum als regionale Variante oft auch in anderen Verbindungen als <-ig> das <g> zum Frikativ wird, z. B. in Hambur[ç] (statt Hambur[k]), flie[ç]t (statt flie[k]t) oder Spielzeu[ç] (statt Spielzeu[k]), was jedoch nicht als Standard gilt.
    Das klingt, auch wenn es wahrscheinlich nicht so gemeint ist, so, als handele es sich um eine Lautverschiebung im nordwestdeutschen Raum. Richtig ist, dass das germanische g originär ein Frikativ war und im Mittel- und Niederdeutschen die oberdeutsche Verhärtung zu einem Plosiv unterblieben ist, während sie sich im Standard, außer in -ig im Silbenreim, durchgesetzt hat.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Wir reden hier von Entwicklungen im Mittelhochdeutschen. Schriftsprache sollte da keine Rolle gespielt haben.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Danke, Bernd.
    Dann ist auch klar, dass es so weit verbreitet und relativ stabil ist.
    Ich selbst habe die Formen teilweise ziemlich zufällig verwendet. Beim Reimen, wie ich es gebraucht habe. Mich haben beide Formen erreicht ...
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Im Mitteldeutschen hat sich das frikative g noch weitgehend erhalten und erfuhr dieselbe allophonische Palatalisierung wie sein stimmloses Gegenstück ch, d.h. überall außer vor dunklen Vokalen, und am Wortende wurde dieses palatalisierte g stimmlos und verschmolz mit ch. Dies erklärt:
    • Waage ausgesprochen wie Ware.
    • Gold und ganz ausgesprochen wie Jold und janz.
    • Burg ausgesprochen wie Burch.
    • Wege ausgesprochen wie Weje.
    • König ausgesprochen wie Könich.
    Nur in dem letzten dieser fünf Beispielen hat sich dies in der Standardsprache durchgesetzt. In allen anderen Fällen hat die süddeutsche Version "gewonnen".
     

    merkweg

    New Member
    German
    I am absolutely opposed to the notion that there is more than one "pronuncation according to the rules". There is one accepted standard pronunciation and nothing else.

    Even Duden - if you believe they are the sole authority on pronunciation for some reason - no longer agree. Duden - Das Aussprachewörterbuch (7. Auflage 2015) p. 462:

    Die Aussprache mit [k] ist in den Positionen 1 und 2 standardsprachlich als voll akzeptabel anzusehen.

    Man kann natürlich immer noch behaupten, die -ich-Variante wäre die bevorzugte, aber nicht dass es nur eine einzige standardsprachlich "richtige" Aussprache gibt und sonst nichts.
     
    Last edited:

    Kajjo

    Senior Member
    ie -ich-Variante wäre die bevorzugte, aber nicht dass es nur eine einzige standardsprachlich "richtige" Aussprache gibt und sonst nichts.
    Dem kann ich nur widersprechen. Auch der Duden ist nicht mehr das, was er mal war, seit er die Deutungshoheit verloren hat. Hier dominiert Sprachpolitik.

    Jeder kann sprechen, wie er will. Gibt ja zum Glück keine Sprachpolizei. Aber wer -ig mit [k] spricht, grenzt sich als Dialektsprecher letztlich selbst aus. Bei dieser Meinung bleibe ich. Ich wüsste auch nicht, welchen Sinn es machen sollte, falsche Aussprachen politisch zum alternativen Standard zu erklären.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Gibt ja zum Glück keine Sprachpolizei.
    Richtig. Darum kann sich Sprache auch verändern und das tut sie, auch wenn das Ergebnis einzelnen missfallen mag. Es existiert schon lange kein Konsens unter gebildeten Muttersprachlern mehr, dass nur eine Aussprache "richtig" wäre (falls er je existierte) und das ist einfach so.
     

    merkweg

    New Member
    German
    Jeder kann sprechen, wie er will. Gibt ja zum Glück keine Sprachpolizei. Aber wer -ig mit [k] spricht, grenzt sich als Dialektsprecher letztlich selbst aus.
    Das dürften allein in Deutschland zig (zich?) Millionen Muttersprachler sein, die sich so angeblich "ausgrenzen", und dazu kommen noch die ca. 15 Millionen Österreicher und deutschsprachige Schweizer - auch wenn deren Sprache in Deutschland gern als minderwertig oder irgendwie nicht ganz echtes Deutsch belächelt wird.
    Bei dieser Meinung bleibe ich. Ich wüsste auch nicht, welchen Sinn es machen sollte, falsche Aussprachen politisch zum alternativen Standard zu erklären.
    Nur weil du es persönlich als falsch empfindest, muss das nicht der Rest der Welt tun. Die Ausspracheregeln der alten Duden-Redaktion waren auch über weite Strecken willkürlich und basierten auf dem ebenso willkürlichen Theaterdeutsch des alten Herrn Siebs, der hier recht großzügig niederdeutsche Sprechweisen auf die hochdeutsche Schriftsprache stülpte.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    basierten auf dem ebenso willkürlichen Theaterdeutsch des alten Herrn Siebs
    Wenn man Siebs zum Maßstab nähme, wäre auch das hinten gesprochene r "falsch". Ich bin mir nicht einmal sicher, dass es bezüglich -ig in Bühnenaussprache wirklich einen Konsens gab. Sehr viel autoritativer als Gründgens (siehe #70) geht es für Bühnenaussprache kaum noch.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Der von Dir ins Spiel gebrachte Ausdruck bundesdeutsch ist eigentlich abwegig, da dafür bereits die Ausdrücke hochdeutsch und standarddeutsch zur Verfügung stehen.
    Der Ausdruck wird von vielen Linguisten als Gegensatz zu Österreichischen, Schweizer oder anderen hochdeutschen (Standard-)Aussprachen verwendet.
    Von anderen wird er abgelehnt, weil er mit dem Zustand von vor 1990 verwechselt werden kann, als es die DDR noch gab.

    Die gegenwärtige Bedeutung ist, dass es das gegenwärtige Bundesdeutsche Sprachgebiet betrifft, wenn von der Gegenwart gesprochen wird.

    Es ist also eine politisch-linguistische Definition.
    Aber wer -ig mit [k] spricht, grenzt sich als Dialektsprecher letztlich selbst aus.
    Das ist auf zweierlei Weise falsch. Zum einen grenzt er sich nicht aus, zum anderen kann derjenige zwar Dialektsprecher sein,
    hier geht es aber um die Sprecher von Hochdeutsch, eventuell mit Akzent, aber nicht um Dialekt.

    Vergleich: Zitate sind aus Wie wird die Endung -ig korrekt ausgesprochen? | GfdS
    Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.
    in Wiesbaden
    beim Deutschen Bundestag

    Wie wird die Endung -ig korrekt ausgesprochen?​


    Zunächst der bundesdeutsche Fall bei Standardaussprache:
    [A] In der Tat begegnet man häufig der Annahme, dass die Aussprache von -ig am Wortende als [ç] (also als ch wie in ich) eine nachlässige, nicht korrekte Artikulation sei – und doch handelt es sich dabei um die regelhafte Aussprache: Das Suffix -ig wird standardsprachlich im Wort- und Silbenauslaut als [ç] realisiert, z. B. Honig [‚ho:nıç], stetig [‚ʃte:tıç], wenig [‚ve:nıç]. Dies gilt auch für die Endung –wig wie in Ludwig oder Hedwig.

    Alltagssprache, Dialekte, Österreichische Standardaussprache (von Hochdeutsch)
    In der Alltagssprache und vor allem in süddeutschen Dialekten, aber auch in der österreichischen Standardaussprache wird das Suffix –ig am Wortende und vor Konsonant zwar häufig als [ık] ausgesprochen (z. B. blumig [‚blu:mık], häufig [‚hoıfık]), diese Variante entspricht jedoch nicht der hochdeutschen (in diesem Sinne bundesdeutschen) Standardlautung.
    Die Gesellschaft für Deutsche Sprache korrigiert hier "der hochdeutschen (in diesem Sinne bundesdeutschen) Standardlautung."

    Beim Begriff "Hochdeutsch" geht oft einiges durcheinander.

    Man muss auch beachten, dass alle Laute je nach Dialekt unterschiedlich gesprochen werden können. Deshalb schließe ich im allgemeinen Dialekte aus von solchen Betrachtungen, da sie eigene Standards haben.

    Edit: (Ergänzung)

    Beispiel:
    Der Geenich: Anekdoten über den letzten König der Sachsen
    von Hans Reimann

    Im sächsischen Dialekt wird es also mit "ch" ausgesprochen. Trotzdem wird es auch in der Standardaussprache mit "ch" gesprochen. Die Argumentation zur Ausgrenzung müsste dann auch bei "ch" gelten, was am Ende absurd ist.
     
    Last edited:

    Hutschi

    Senior Member
    Wie spricht man Worte wie zwanzig, König, usw aus?
    Viele Personen haben mir gesagt, dass die korrekteste Form, wie ein "ik" (zwanzik) ist, aber immerwieder höre ich Leute die sagen "zwanzisch, zwazich" (und im Wörterbuch steht "Könich").
    "Zwanisch" ist sicher Dialekt, aber was ist das Beste zwischen "ik" und "ich"?
    Danke! Ich bitte euch um Korrekturen!!
    Ciao

    Kleine Ergänzung für das, was Du hörst. Die Standardaussprache ist ja geklärt.

    Ich habe es im Sprachatlas der Alltagssprache gefunden.
    Aussprache König, wenig und zwanzig « atlas-alltagssprache

    f1_14a[1].jpg


    https://www.atlas-alltagssprache.de/wp-content/uploads/2012/05/f1_14a.jpg
    Die Aussprachen sind regional unterschiedlich.


    wenig:
    f1_14b[1].jpg

    https://www.atlas-alltagssprache.de/wp-content/uploads/2012/05/f1_14b.jpg

    zwanzig:
    f1_14c[1].jpg
     
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