Mecklenburg-Vorpommern

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Elme

Senior Member
French
Hallo,

Ich möchte einen Witz aus Der Zeit übersetzen

" Wann lassen Sie sich scheiden? Wenn mein Partner anfängt, Mecklenburg-Vorpommern zu ähneln. "

" Quand demanderez-vous le divorce ? Quand mon conjoint commencera à ressembler au Mecklembourg-Poméranie occidentale. "

Stimmt das ?

Elme
 
  • Canaveral

    Senior Member
    France french
    C'est comme ça que je traduirais - mais il doit y avoir une subtilité qui m'échappe .
    Ca ressemble à quoi le Mecklembourg-Poméranie?
     

    elroy

    Imperfect mod
    US English, Palestinian Arabic bilingual
    Den Witz verstehe ich nicht. :confused: Auf diesen Thread bin ich gestoßen, weil ich eine Frage zur Aussprache habe.

    Ich habe heute erfahren, dass in "Mecklenburg-Vorpommern" das erste "e" lang gesprochen wird. Ich habe es immer kurz gesprochen! Wie ist die Schreibweise <Meck>, die ja auf einen kurzen Vokal hindeutet, zu erklären?
     

    bearded

    Senior Member
    Ich spreche es - schreibungsgemäß - ebenfalls kurz aus: aber warte bitte auf natives' opinions.

    Bezüglich des Witzes: ich kann nur vermuten, dass er darauf hindeutet, dass Deutsche aus anderen Bundesländern lieber auf die Anwesenheit von M-V verzichten möchten... aus mir unbekannten Gründen.
     

    Frank78

    Senior Member
    German
    Ich spreche es - schreibungsgemäß - ebenfalls kurz aus: aber warte bitte auf natives' opinions.
    Viele sprechen es mitlerweile kurz aus, obwohl es eigentlich ein langer Vokal sein sollte.

    Ich habe heute erfahren, dass in "Mecklenburg-Vorpommern" das erste "e" lang gesprochen wird. Ich habe es immer kurz gesprochen! Wie ist die Schreibweise <Meck>, die ja auf einen kurzen Vokal hindeutet, zu erklären?
    Das sind Einflüsse aus dem Niederdeutschen, bei Orts- und Familiennamen aus der Region kann vor -ck sowohl ein kurzer als auch ein langer Vokal stehen.
     

    Hutschi

    Senior Member
    Ich spreche es auch kurz aus, und in Nachrichten höre ich es kurz, sofern nicht deutlich norddeutscher Akzent vorliegt.

    Ich spreche ungefähr: [ˈmɛklənbʊrk]

    Wiktionary: Mecklenburg – Wiktionary
    IPA: standarddeutsch: [ˈmeːklənbʊʁk], norddeutsch: [ˈmeːklənbʊʁç], mittel- und süddeutsch: [ˈmɛklənbʊrk]

    Demnach gibt es drei unterschiedliche Aussprachen.

    Unklar ist mir aber, auf welche Norm sich standarddeutsch bezieht.
     

    bearded

    Senior Member
    obwohl es eigentlich ein langer Vokal sein sollte.
    Woraus geht hervor, dass der Vokal lang sein sollte? Gab es etwa eine Burg, die ''Meekel'' o.Ä. hieß? Im Voraus danke ich für die Präzisierung.
    Und - wenn möglich - könntest Du Dich bitte auch zur Bedeutung des Witzes äußern?
    Vgl. Fragestellung:
    Den Witz verstehe ich nicht. :confused:
    Edit: erst jetzt sehe ich, dass die Region auf Niederdeutsch ''Mäkelborg'' heißt. Das erklärt den langen Vokal. <-----
     
    Last edited:

    Frank78

    Senior Member
    German
    Woraus geht hervor, dass der Vokal lang sein sollte? Gab es etwa eine Burg, die ''Meekel'' o.Ä. hieß? Im Voraus danke ich für die Präzisierung.

    Michilin-/Michelin-/Mikelinburg

    Und bezüglich er Aussprache: Schau mal hier.


    Und - wenn möglich - könntest Du Dich bitte auch zur Bedeutung des Witzes äußern?
    Vgl. Fragestellung:
    Den Witz versteh ich auch nicht. Der Partner wird wie das norddeutsche Stereotyp verschlossen und unkommunikativ? Oder langweilig wie die flache Landschaft? Keine Ahnung.
     

    berndf

    Moderator
    German (Germany)
    Woraus geht hervor, dass der Vokal lang sein sollte? Gab es etwa eine Burg, die ''Meekel'' o.Ä. hieß? Im Voraus danke ich für die Präzisierung.
    Mikelenburg (oder so ähnlich; es gab verschiedene Schreibweisen) war der altsächsische Name einer slawischen Fürstenburg in der Nähe von Wismar, die im Original wohl Wiligrad oder ähnlich hieß. Gesichert ist dies aber nicht. Ich habe gelesen, Mikelenburg bedeute große Burg. Ich kenne ein solches Adjektiv aber nicht.
     

    Frank78

    Senior Member
    German
    Mikelenburg (oder so ähnlich; es gab verschiedene Schreibweisen) war der altsächsische Name einer slawischen Fürstenburg in der Nähe von Wismar, die im Original wohl Wiligrad oder ähnlich hieß. Gesichert ist dies aber nicht. Ich habe gelesen, Mikelenburg bedeute große Burg. Ich kenne ein solches Adjektiv aber nicht.
    Ohne Gewähr: mikil - Wiktionary

    Das Wort scheint noch in anderen germanischen Sprachen zu existieren.
     

    Boyar

    Senior Member
    Russian
    Den Witz verstehe ich nicht. :confused:
    Wahrscheinlich ein regionaler Insiderwitz.
    Durch die Anfangsbeiträge (#1, #2) sind wir alle etwas verwirrt, glaube ich. Die in diesen Beiträgen enthaltenen französischen Übersetzungen von 'Mecklenburg-Vorpommern' erwecken den Eindruck, dass es sich um eines der deutschen Bundesländer handelt. Der Duden behauptet aber, dass 'Mecklenburg-Vorpommern' auch als Einwohnerbezeichnung verwendet werden kann. Im deutschen Satz (in #1) steht dieses Wort in der Mehrzahl und endet deshalb mit -n. Die Einzahl davon ist 'Mecklenburg-Vorpommer' (ohne -n).

    Also, die korrekte 1:1 Übersetzung lautet:

    Quand mon conjoint commencera à ressembler aux Mecklembourgeois ...
    (oder: ... aux Mecklembourgeois-et-Poméraniens, wenn das möglich ist).

    Aber ergibt der französische Satz wirklich den gleichen Sinn wie der, den wir übersetzen??

    Die 'Mecklembourgeois' als solche haben keine abwertende Konnotation im Französischen — ganz im Gegenteil! Wie das folgende Lied bezeugt, sind alle Mecklenbürger glücklich, treu und mutig:
    Paysans , gentilhommes , bourgois et soldats ,
    Chantons en unanime voix
    Nous , tous heureux dans ses états ,
    Fidèles et braves Mecklenbourgois

    (Freimuethiges Abendblatt, 1821 // Google Books)
    Wer will sich noch scheiden lassen? :)
     

    Schlabberlatz

    Senior Member
    German - Germany
    Der Duden behauptet aber, dass 'Mecklenburg-Vorpommern' auch als Einwohnerbezeichnung verwendet werden kann. Im deutschen Satz (in #1) steht dieses Wort in der Mehrzahl und endet deshalb mit -n.
    Die Einwohnerbezeichnung ist selten. Man müsste den Satz schon abändern, damit man den Begriff so auffasst, z. B. so:
    Wann lassen Sie sich scheiden? Wenn mein Partner anfängt, einem Mecklenburg-Vorpommern zu ähneln.

    Wann lassen Sie sich scheiden? Wenn mein Partner anfängt, Mecklenburg-Vorpommern zu ähneln.
    Oder langweilig wie die flache Landschaft?
    :thumbsup:
    Flache Landschaft, wenig Einwohner, nix los. („Da möchte ich nich(t) tot überm Zaun hängen.“ („nicht“ hier: „noch nicht einmal“. Da will ich keinesfalls hin. Selbst wenn ich da tot über dem Zaun hängen würde, wäre es mir noch zu langweilig da.)
    Ich könnte mir vorstellen, dass es so gemeint ist, bin mir aber nicht sicher.

    Vielleicht ist es auch eine Anspielung auf Doppelnamen? :confused: Die Doppelnamen von Frauen, die Karriere in der Politik mach(t)en, und denen nachgesagt wird, spröde zu sein? Däubler-Gmelin, Wulf-Mathies, Leutheusser-Schnarrenberger (26 Buchstaben, macht mit dem Bindestrich 27 Zeichen), Gedönsheimer-Schmallenberg? (Der letzte Name ist nur ein Witz. Reiner Calmund (Fußball-Manager) nannte den Spieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker so.) (Es gab sogar Dreifach-Namen: Funke-Schmitt-Rink. Wer weiß, wie lang die Namen im Laufe der Zeit noch geworden wären, wenn man die Regelung (siehe Link weiter vorne) nicht geändert hätte? 😄)

    Aber wahrscheinlich müsste da ›Partnerin‹ statt ›Partner‹ stehen, damit die Anspielung funktionieren würde.
     
    Last edited:

    Boyar

    Senior Member
    Russian
    Die Einwohnerbezeichnung ist selten.
    Ja, die ist wirklich selten. Aber ist der Witz, den Elme aus Der Zeit kopiert hat, überall bekannt?

    Mit 'Mecklenburg-Vorpommern' kann man ja auch mal experimentieren; man kann diese Wörter, z.B., durch "Berliner"/"Berlin" ersetzen:

    1) ... wenn mein Partner anfängt, Berlinern zu ähneln.
    und
    2) ... wenn mein Partner anfängt, Berlin zu ähneln.

    Man müsste den Satz schon abändern, damit man den Begriff so auffasst, z. B. so:
    Wann lassen Sie sich scheiden? Wenn mein Partner anfängt, einem Mecklenburg-Vorpommern zu ähneln.
    Man kann eine Person auch mit einer Gruppe vergleichen: Du ähnelst ihnen mehr als du vielleicht glaubst.

    Stellen wir uns eine Situation mal vor, in der ein Student, der in Paris studiert, kommt nach Hause, z.B., in Leipzig. Als er anfängt, mit jemandem zu unterhalten, hört er:

    3) Du ähnelst Parisern mehr als uns Leipzigern.
    oder
    4) Du ähnelst Paris mehr als unserer Stadt Leipzig.

    Sind alle diese Sätze (1,2,3,4) idiomatisch?
     

    Hutschi

    Senior Member
    1) ... wenn mein Partner anfängt, Berlinern zu ähneln. :tick:

    2) ... wenn mein Partner anfängt, Berlin zu ähneln.:thumbsdown: (Nicht idiomatisch in normalem Kontext.)

    3) Du ähnelst Parisern mehr als uns Leipzigern. :tick:

    4) Du ähnelst Paris mehr als unserer Stadt Leipzig.:thumbsdown: (Nicht idiomatisch in normalem Kontext.)

    1 und 3 sind korrekt. Beide sind doppeldeutig. (Berliner bedeutet auch Pfannkuchen, Pariser bedeutet auch Mondos.) Das könnte sie für Witze geeignet machen. Ich kenne aber keinen.
    Bei einem Witz muss unerwarteter Hintergrund mitschwingen.

    Edit: Bemerkung war verrutscht.
     
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    Boyar

    Senior Member
    Russian
    Ah, diese doppeldeutige Wörter..! Ich habe sie nicht mit Absicht benutzt.
    Danke, Hutschi, für die Hinweise
     
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