no na - das Offensichtliche

Jana337

Senior Member
čeština
Danke, Flame. :)

Und was ist ein no-na Stamentent, bitte? :confused: Falls es ein fadenfähiges Thema ist, werde ich es später spalten.

Jana
flame said:
in jedem Fall ist es ein no-na Statement: klar kann mann die Wirtschaft eines Agrarlandes total kaputt machen (viel leichter jedenfalls als sie zu entwickeln)
 
  • flame

    Senior Member
    German-Austria
    Jana337 said:
    Danke, Flame. :)

    Und was ist ein no-na Stamentent, bitte? :confused: Falls es ein fadenfähiges Thema ist, werde ich es später spalten.

    Jana
    oops 'tschuldigung, ich glitt in Mundart ab. Passiert mir manchmal bei mehr als 1000 Anschlägen :eek:

    "ist doch klar - mensch!" wäre wahrscheinlich die beste Annäherung an no-na (no-na-ned in der unverkürzten Version)
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    flame said:
    oops 'tschuldigung, ich glitt in Mundart ab. Passiert mir manchmal bei mehr als 1000 Anschlägen :eek:

    "ist doch klar - mensch!" wäre wahrscheinlich die beste Annäherung an no-na (no-na-ned in der unverkürzten Version)
    Okay, da Jana es später sowieso teilen will, kann ich auch gleich hier die Frage an alle anderen stellen, ob sie das Wort "no-na" in ihrem Dialektgebiet benutzen. Ich habe es ehrlich gesagt noch nie gehört und hätte es auch nicht verstanden, wenn du es nicht erklärt hättest. ;)
     

    Kajjo

    Senior Member
    Nein, ich kenne das "no-na" ebenfalls nicht und hätte es auch nicht verstanden. Selbst mit der Erklärung fällt es mir schwer, die genaue Verwendung nachzuvollziehen.

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Kajjo said:
    Nein, ich kenne das "no-na" ebenfalls nicht und hätte es auch nicht verstanden. Selbst mit der Erklärung fällt es mir schwer, die genaue Verwendung nachzuvollziehen.

    Kajjo
    Hier gebe ich dir Recht. Ich weiß auch nach der Erklärung nicht, wie man es verwendet. Flame, könntest du eventuell ein paar Beispielsätze anführen?
     

    flame

    Senior Member
    German-Austria
    hier wurde ein "no-na" - Statement abgegeben.

    "no-na" ist (ost)österreichische Mundart, wörtliche Übersetzung ins hdt. "nun - nein"

    verwendet im Sinne von "natürlich", "ist doch klar", versucht auch ein wenig Sarkasmus zu transportieren.

    Referenz: No na net

    Beispiele etwas später
     

    Ralf

    Senior Member
    German
    Ich habe viele Jahre mit Kollegen aus Österreich zusammen gearbeitet. Ich glaube, in dieser Zeit hin und wieder mit no - na konfrontiert worden zu sein. Allerdings kann ich mich nicht an irgend einen konkreten Zusammenhang erinnern. Kann es sein das "na" dabei etwas betont und lang ausgesprochen wurde?

    Ralf
     

    flame

    Senior Member
    German-Austria
    Beispiele:

    In den Jahren 1993 bis 1996 wurde Österreich von einer Serie von Briefbombenattentaten überzogen. Die Exekutive konnte der Täter nicht habhaft werden, und der verantwortliche Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Michael Sika - befragt, warum es denn so schwer sei, den Bombenbauer zu fassen - sagte in einem Fernsehinterview einmal: (ich hoffe ich bring's noch wörtlich zusammen) "Das Problematische an solchen Taten ist, daß sie ja meist im Geheimen ausgeführt werden" - No na!

    Die österreichische Familienministerin Ursula Haubner (18-Jun-2005): "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt Partnerschaft voraus - ohne stärkere Beteiligung der Väter an der Familienarbeit bleibt sie eine Einbahnstrasse für Mütter" - No na!

    aus dem Bereich "Humor":
    Zwei Reisende sitzen im Eisenbahnabteil und blicken aus dem Fenster, durch das man langam den Bahnhof entschwinden sieht. Fragt der eine: "Sagn's bittschön, fährt der Zug schon?", Antwortet der andere grantelnd: "No na, wegen Ihnen werdn's die Station vorbeiziehen!"
     

    cyanista

    законодательница мод
    NRW
    Belarusian/Russian
    Ich glaube, man kannes am besten mit Na logisch! ins Hochdeutsche "übersetzen".
    Find' ich schade, dass der Ausdruck nur im Österreich gebräuchlich ist, mir gefällt's sehr! :)
     

    Kajjo

    Senior Member
    Whodunit said:
    Sagen wir nicht "Ach nee" im "Hochdeutschen"?​
    Für die ersten beiden Beispiele würde das ganz gut passen -- zumindest könnte ich mir ganz gut vorstellen, "Ach ne!" zu sagen, also etwa im Sinne von einem ironischen "Na, wer hätte das gedacht!" oder "Na sowas!".

    Aber für den Witz? Irgendwie wundert mich, daß in dem Falle auch "no-na" passen soll...

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Kajjo said:
    Aber für den Witz? Irgendwie wundert mich, daß in dem Falle auch "no-na" passen soll...
    Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob ich den Witz völlig verstehe. Um sicher zu gehen, dass ich die Pointe auch verstehe, hätte ich gerne eine Übersetzung des letzten Ausspruches. Ich glaube, mir ist "werdn's ... voirbeiziehen" nicht ganz klar.
     

    Jana337

    Senior Member
    čeština
    Whodunit said:
    Sagen wir nicht "Ach nee" im "Hochdeutschen"?​
    Ja, eventuell "Mann, klar!" oder etwas in der Richtung. :)

    Ich habe es im Duden nachgeschlagen. So genau steht es dort nicht, aber etwas Ähnliches habe ich doch gefunden: "nu na [nicht] (ugs., österr.)", und zwar im Eintrag ja - Synonyme. Flame, ist es einfach eine andere Schreibweise?

    Das erinnert mich wiederum an das umgangssprachliche tschechische "no ne?", das wie " ..., oder?" am Satzende benutzt werden kann. Aber es passt nicht in die Situationen, die Flame beschrieben hat, obwohl ich am Anfang gedacht habe, es könnte entsprechen:
    verwendet im Sinne von "natürlich", "ist doch klar", versucht auch ein wenig Sarkasmus zu transportieren.
    Nach den Erklärungen neige ich jedoch zu dem englischen "duh!":
    d'oh (EXCLAMATION), d'uh exclamation INFORMAL
    said when you feel stupid, usually after doing something silly, or to show that you think what someone else has done or said is stupid:
    I forgot to turn it on. D'oh! Cambridge Advanced Learners Dictionary
    Jana
     

    Kajjo

    Senior Member
    Whodunit said:
    Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob ich den Witz völlig verstehe. Um sicher zu gehen, dass ich die Pointe auch verstehe, hätte ich gerne eine Übersetzung des letzten Ausspruches. Ich glaube, mir ist "werdn's ... voirbeiziehen" nicht ganz klar.
    Der Witz spielt meines Erachtens darauf an, daß, wenn zwei Züge nebeneinander stehen, man nicht immer sicher beurteilen kann, ob sich der eigene Zug vorwärts oder der Nebenzug rückwärts bewegt -- man nimmt nur die Relativbewegung war. Erst wenn man einen Fixpunkt betrachtet, also etwa einen Baum oder den Bahnhof, kann man sicher entscheiden, ob sich der eigene Zug wirklich bewegt.

    Der andere Reisende zweifelt nun trotz der offensichtlichen Bewegung des Zuges an der Fahrt -- und der Begleiter sagt: "Nun, sie glauben ja wohl nicht, daß sich der Bahnhof bewegt, oder?"

    oder eben: "Na, die werden ja wohl nicht den Bahnhof (an unserem Zug) vorbeiziehen!"

    Kajjo
     

    flame

    Senior Member
    German-Austria
    Kajjo said:
    Der Witz spielt meines Erachtens darauf an, daß, wenn zwei Züge nebeneinander stehen, man nicht immer sicher beurteilen kann, ob sich der eigene Zug vorwärts oder der Nebenzug rückwärts bewegt -- man nimmt nur die Relativbewegung war. Erst wenn man einen Fixpunkt betrachtet, also etwa einen Baum oder den Bahnhof, kann man sicher entscheiden, ob sich der eigene Zug wirklich bewegt.

    Der andere Reisende zweifelt nun trotz der offensichtlichen Bewegung des Zuges an der Fahrt -- und der Begleiter sagt: "Nun, sie glauben ja wohl nicht, daß sich der Bahnhof bewegt, oder?"

    oder eben: "Na, die werden ja wohl nicht den Bahnhof (an unserem Zug) vorbeiziehen!"

    Kajjo
    BINGO! :D

    flame said:
    ... Antwortet der andere grantelnd: "No na, wegen Ihnen werdn's die Station vorbeiziehen!"
    Zunächst ist der andere mal ungehalten wegen der offensichtlichen Sinnlosigkeit der Frage (Anm.: jemand der grantig ist, grantelt), die Antwort sei ja offensichtlich, daher das "no na!" Es transportiert sicher auch ein Portiönchen Verachtung.
    Whodunit said:
    Sagen wir nicht "Ach nee" im "Hochdeutschen"?
    :confused: Ist "Ach nee" eine Negation des vorangegangenen? (und daß "nee" hochdeutsch ist, hätte ich sowieso bestritten :D , aber das ist eine andere Geschichte ...)

    "no na" ist eigentlich eine Negation, wenn auch eine hypothetische:

    Im ersten der Beispiele wird behauptet, daß Verbrechen meistens im geheimen verübt werden. "No na", in der Presse werden die Täter inserieren!

    Hier haben wir also folgendes vorliegen:
    1) eine offensichtliche und damit redundante Behauptung (im Witz wäre es - nach Ansicht des "anderen" - eine sich selbst beantortende und damit wiederum redundante Frage)
    2) eine Negation mittels "No na", die die an sich richtige Behauptung ins Lächerliche, eventuell Absurde zieht.

    Sehr gerne wird bei uns im "No na" Satz die Zukunft verwendet, wenn der zu negierende Satz in der Gegenwart spielt. Warum? Keine Ahnung. Eventuell eine geheime Spielart des Konjunktiv (weil der ganze "No na" Satz ja eigentlich irreal ist) - quo vadis consecutio temporum?
     

    Kajjo

    Senior Member
    Hallo Flame,
    so vielseitig "no na" auch verwendbar ist, offensichtlich gibt es kein hochdeutsches Äquivalent, das auch nur ansatzweise alle möglichen Verwendungsmöglichkeiten der österreichischen Form aufweist. Je nach Beispiel tendiere ich zu "Ach ne", "Na klar!", "Na sowas", aber alle diese Versionen schaffen es nicht, die Ironie und Verachtung entsprechend zu vermitteln. Schade eigentlich!

    Mir ist inzwischen zwar klar, was in den Fällen jeweils gesagt werden soll, aber ich glaube nicht, daß ich mir zutrauen würde, "no na" selbst situationskorrekt und passend anzuwenden.

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    flame said:
    Zunächst ist der andere mal ungehalten wegen der offensichtlichen Sinnlosigkeit der Frage (Anm.: jemand der grantig ist, grantelt), die Antwort sei ja offensichtlich, daher das "no na!" Es transportiert sicher auch ein Portiönchen Verachtung.
    Interessant, dass man bei euch "grantelt". So wie wir "sächseln" können, könnte ihr dann auch "österreicheln"? :D

    :confused: Ist "Ach nee" eine Negation des vorangegangenen?
    Es ist eine ironische Negation, Beispiel:

    Hannes hat ein ungutes Gefühl bei der Abgabe der Arbeit. Da sagt sein Nachbar: "Sei froh, schlimmer als 'ne 6 geht's eh nicht." - "Ach nee, das weiß ich alleine, aber trösten tut mich das noch lange nicht!"

    (und daß "nee" hochdeutsch ist, hätte ich sowieso bestritten :D , aber das ist eine andere Geschichte ...)
    Deswegen habe ich es in Anführungsstriche gesetzt. ;)

    Im ersten der Beispiele wird behauptet, daß Verbrechen meistens im geheimen verübt werden. "No na", in der Presse werden die Täter inserieren!
    Auch hier ginge "Ach nee" noch geradeso, denke ich. Ein mit bestimmtem Unterton versehenen "Na klar" ist auch gebräuchlich.

    Hier haben wir also folgendes vorliegen:
    1) eine offensichtliche und damit redundante Behauptung (im Witz wäre es - nach Ansicht des "anderen" - eine sich selbst beantortende und damit wiederum redundante Frage)
    2) eine Negation mittels "No na", die die an sich richtige Behauptung ins Lächerliche, eventuell Absurde zieht.
    Ich würde sagen, dass es für Punkt 1 eindeutig der Bedeutung von "Ach nee" oder "Sag bloß" entspricht, ich bin mir allerdngs nicht sicher, was sich für Punkt 2 finden lässt.
     

    flame

    Senior Member
    German-Austria
    Whodunit said:
    Interessant, dass man bei euch "grantelt". So wie wir "sächseln" können, könnte ihr dann auch "österreicheln"? :D
    das nun doch nicht, aber wir haben natürlich so unsere Austriazismen (idem!), könnten aber sehr wohl bemak(e)ln (= deutsch mit böhmischer Färbung sprechen), was sich vor allem durch konsequente Vermeidung von Umlauten äußert, also z.B. "... der hehere Verwaltungsbeamte Gehte ..."

    Bevor ich's vergeß: das "no na" hat auch starken Bezug zum jüdischen Kulturkreis, wo es sicher zum Grundbestandteil ironischen Repertoirs gehört hat. Leider ist in den Dreißigern und Vierzigern hier vieles endgültig verlorengegangen ("unwiderbringable forlorn") und lebt heute nur mehr in Erinnerungen und einigen literarischen Manifesten (z.B. Torbergs "Tante Jolesch")
     
    < Previous | Next >
    Top