Präteritum vs. Perfekt (Bewerbung, Anschreiben)

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Agiii

Senior Member
Polish
Diese Frage beschäftigt mich seit Langem. Ich habe es natürlich gegoogelt, aber es scheint 2 vorherrschende Meinungen zu geben. Einerseits, "in Bewerbungen immer Präteritum - klingt eleganter"; andererseits, alles was einen Bezug zur Gegenwart hat sollte im Perfekt stehen (also im Grunde genommen wie im Englischen: Präteritum als Past Simple und Perfekt als Perfect). Ich habe auch meine deutschsprachigen Freunde gefragt, aber auch hier gab es sehr unterschiedliche Meinungen.

Hier scheint es viele Menschen mit gutem Sprachgefühl zu geben. Ich möchte also fragen, was im Kontext eines Anschreibens besser klingt:


Mein Organisationstalent stellte ich während meines Praktikums bei ... unter Beweis.
Mein Organisationstalent habe ich während meines Praktikums
bei ... unter Beweis gestellt. [gemeint ist ein Praktikum vor mehreren Jahren]

Ich promovierte in Philosophie. In meiner Doktorarbeit stellte ich die Frage nach ...
Ich habe in Philosophie promoviert.
In meiner Doktorarbeit habe ich die Frage nach ... gestellt. [gemeint ist eine vor Kurzem abgeschlossene Promotion]

Darüber hinaus absolvierte ich mehrere Praktika im Bereich...

... habe ... absolviert.

usw.
usw.
 
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  • Schlabberlatz

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    German - Germany
    Es gibt wohl einen
    resultative use of Perfekt:
    Aber eigentlich ist beides „abgeschlossene“ Vergangenheit. Vergleiche hier: http://forum.wordreference.com/showthread.php?t=2916512

    Nach meiner persönlichen Meinung klingt Perfekt in deinen Beispielsätzen besser. Ich glaube aber, dass tatsächlich viele Leute der Meinung sind, dass Präteritum eleganter ist. Wahrscheinlich auch viele Leute, die Bewerbungen lesen, obwohl ich das nicht weiß, ich spekuliere nur. Da es sowieso keinen großen Unterschied macht, würde ich also dazu tendieren, Präteritum zu nehmen, auch wenn mir Perfekt besser gefällt. Aber wart am besten ab, was andere Teilnehmer hierzu noch sagen.
     

    Agiii

    Senior Member
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    Danke für den Link, ich habe drauf (und auf die im gelinkten Threat gelinkten Threads...;) einen Blick geworfen. Was mich in diesen Diskussionen überrascht ist dass man sich auf die möglichen Unterschiede in der Bedeutung konzentriert, und wenig Aufmerksamkeit den stilistischen Unterschieden schenkt.

    Wenn man im Ausland Deutsch lernt gilt es eher, dass man Präteritum in der Schriftsprache verwendet, Perfekt wird gesprochen (mit Ausnahmen natürlich). Mir ist es klar, dass wenn ich die zitierten Sätze später z.B. in einem Vorstellungsgespräch verwende, dass ich Perfekt benutzen soll, nicht Präteritum. Aber in Schrift?
     

    Schlabberlatz

    Senior Member
    German - Germany
    Im geschriebenen Deutsch kann man Präteritum nehmen – wie schon gesagt. (Es kommt aber auch in gesprochenem Deutsch vor, für Details kannst du in den anderen Threads schauen, oder hier noch mal fragen, wenn etwas unklar ist.) Und mal schauen, was andere dazu meinen – wie schon gesagt.
     

    ger4

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    German
    Die Meinung, die Schlabberlatz geäußert hat, wird in dieser (sehr knappen) Antwort http://www.gutefrage.net/frage/bewerbungsschreiben-in-praeteritum-oder-perfekt bestätigt (mit Einschränkungen, siehe #6); die Perfektform betone eher das Resultat einer Tätigkeit und sei daher auch in Bewerbungsschreiben zu bevorzugen. Ich suche noch nach weiteren Quellen. Die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland sind, glaube ich zumindest, schon angesprochen worden: im Süden kann das Präteritum übertrieben formell wirken, im Norden ist es gelegentlich auch in der Umgangssprache zu hören.
     
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    Schlabberlatz

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    German - Germany
    Ich bin schon der Meinung, dass beides eher abgeschlossene Vergangenheit ist – Ausnahmen mögen die Regel bestätigen – wie schon gesagt. Bei gutefrage wird eigentlich simple past und present perfect beschrieben. Die sind aber gewiss nicht deckungsgleich mit Präteritum und Perfekt. Siehe den / die anderen Threads.
     

    Agiii

    Senior Member
    Polish
    Die Meinung, die Schlabberlatz geäußert hat, wird in dieser (sehr knappen) Antwort http://www.gutefrage.net/frage/bewerbungsschreiben-in-praeteritum-oder-perfekt bestätigt; die Perfektform betone eher das Resultat einer Tätigkeit und sei daher auch in Bewerbungsschreiben zu bevorzugen. Ich suche noch nach weiteren Quellen. Die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland sind, glaube ich zumindest, schon angesprochen worden: im Süden kann das Präteritum übertrieben formell wirken, im Norden ist es gelegentlich auch in der Umgangssprache zu hören.
    Würdest Du dann alle Sätze, nach denen ich gefragt habe, im Perfekt schreiben?

    Liest sich dieses Anschreiben (kaum Perfekt benutzt...) schlecht? http://www.bewerbung-forum.de/forum...-uebersetzer---bitte-um-korrektur-t17963.html
     
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    ger4

    Senior Member
    German
    Würdest Du dann alle Sätze, nach denen ich gefragt habe, im Perfekt schreiben?

    Liest sich dieses Anschreiben (kaum Perfekt benutzt...) schlecht? http://www.bewerbung-forum.de/forum...-uebersetzer---bitte-um-korrektur-t17963.html
    .Zu Deinen Beispielsätzen würde ich spontan vorschlagen:

    (Resultatives) Perfekt: --> http://de.wikipedia.org/wiki/Resultativ
    - Mein Organisationstalent habe ich während meines Praktikums
    bei ... unter Beweis gestellt. [gemeint ist ein Praktikum vor mehreren Jahren]
    - Ich habe in Philosophie promoviert.
    - Darüber hinaus habe ich mehrere Praktika im Bereich ... absolviert. <-- der Satz wäre auch im Präteritum denkbar

    Präteritum:
    - In meiner Doktorarbeit stellte ich die Frage nach ....

    - Darüber hinaus absolvierte ich mehrere Praktika im Bereich... <-- der Satz wäre auch im Perfekt denkbar, siehe oben

    Im beigefügten Link mit dem Bewerbungsanschreiben ist mir ein Satz aufgefallen, der im Perfekt steht:
    Einen Großteil meiner bisherigen Erfahrungen habe ich mit technischen und Vertragsübersetzungen für IBM und Lenovo gesammelt.
    Hier geht es wiederum eher um den Abschluss einer Tätigkeit, also gewissermaßen um den (erfolgreichen) "Aufbau eines Erfahrungsschatzes". In den übrigen Sätzen ist dagegen eher von Tätigkeiten die Rede. Ich schaue mir das Schreiben aber gleich noch einmal etwas genauer an...

    Ich muss allerdings hinzufügen, dass die Unterscheidung zwischen Perfekt und Präteritum im Deutschen keineswegs so strikt gehandhabt wird wie im Englischen und daher der Unterschied (wie Du ja auch erwähnt hast) eher eine stilistische Frage ist; daher wohl auch unsere zögerlichen Antworten...
     
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    Agiii

    Senior Member
    Polish
    . Im beigefügten Link mit dem Bewerbungsanschreiben ist mir ein Satz aufgefallen, der im Perfekt steht: Hier geht es wiederum eher um den Abschluss einer Tätigkeit, also das "Gesammelt-Haben" (schlechtes Deutsch) von Erfahrungen, den (gelungenen) "Aufbau eines Erfahrungsschatzes". In den übrigen Sätzen ist dagegen eher von Tätigkeiten die Rede. Ich schaue mir das Schreiben aber gleich noch einmal etwas genauer an...
    Ja, aber das sind nur 2 Sätze im Perfekt. Einer mit "bisherig", der andere mit "immer". Hier würde ich auch automatisch zum Perfekt neigen. Aber sonst schreibt er die ganze Zeit im Präteritum ("In meiner Ausbildung standen die Gebiete Technik und Recht stets an erster Stelle. Am Sprachen und Dolmetscher Institut München (SDI) studierte ich das Fach Technik und gewann dabei fundierte Einblicke in die Solartechnik. ... Der MA in Großbritannien gab mir die Möglichkeit meine Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.")

    Das Problem ist auch, wenn ich ein paar Sätze im Perfekt schreibe, weiß ich nicht, was ich mit dem restlichen Text machen sollte. Wenn ich z.B., wie Du meinst, "Mein Organisationstalent habe ich während meines Praktikums bei ... unter Beweis gestellt" schreibe, soll ich später im Perfekt fortsetzen: "Die Vorgesetzten schätzten insbesondere meine..." oder "haben geschätzt"? Eher Präteritum, oder? Aber wird es nicht auffallen, dass ich ständig zwischen den zwei Zeitformen wechsle?
     

    ger4

    Senior Member
    German
    [...]Das Problem ist auch, wenn ich ein paar Sätze im Perfekt schreibe, weiß ich nicht, was ich mit dem restlichen Text machen sollte. Wenn ich z.B., wie Du meinst, "Mein Organisationstalent habe ich während meines Praktikums bei ... unter Beweis gestellt" schreibe, soll ich später im Perfekt fortsetzen: "Die Vorgesetzten schätzten insbesondere meine..." oder "haben geschätzt"? Eher Präteritum, oder? Aber wird es nicht auffallen, dass ich ständig zwischen den zwei Zeitformen wechsle?
    Der Wechsel zwischen den Zeitformen wäre hier (aus meiner Sicht) kein Problem - im Gegenteil, er würde den Stil des Schreibens weniger monoton erscheinen lassen. "Die Vorgesetzten schätzten insbesondere..." klingt in diesem Satz (wiederum meiner Meinung nach) sehr gut, denn wenn man davon ausgeht, dass das Präteritum tendenziell eher nicht abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit beschreibt, die sich eventuell mehrfach wiederholten, dann scheint es hier im Grunde die angemessene Zeitform zu sein. Man kann sich vorstellen, dass die Vorgesetzten nicht nur ein abschließendes Urteil fällten, sondern mehrfach - während der Arbeit, im Verlauf des Arbeitsalltags - auf das Organisationstalent des Bewerbers aufmerksam geworden sind.
     
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    ger4

    Senior Member
    German
    http://de.wikipedia.org/wiki/Präteritum In nichtliterarischen Texten wie z. B. Berichten drückt das Präteritum Handlungen und Vorgänge aus, die in der Vergangenheit abgeschlossen wurden und keinen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart haben. Besteht ein Bezug zur Gegenwart, wird dagegen das Perfekt benutzt. Beispiel: In einer Autobiographie finden wir den Satz „Ich studierte in München Germanistik“, der eine frühere Handlung bzw. den Handlungsrahmen einer erzählten Geschichte ausdrückt. In einer Bewerbung wird man diesen Satz nicht finden, da der Bezug zur Gegenwart wichtig ist, selbst wenn der Vorgang schon länger zurückliegt. Es wird deshalb Perfekt verwendet: „Ich habe in München Germanistik studiert.“
    Vergleiche andererseits die folgenden Posts von Schlabberlatz und Schimmelreiter, die dieser Darstellung teilweise widersprechen:
    http://forum.wordreference.com/showthread.php?t=2926355&p=14795759#post14795759

    ... abgesehen davon spielt die Wahl zwischen den beiden Zeitformen natürlich keine so entscheidende Rolle wie zum Beispiel im Englischen; zudem gibt es den Unterschied zwischen "nördlichem" und "südlichem" Sprachgebrauch, wie Schimmelreiter im nächsten Post schreibt (das ist der Vorteil, wenn sich Posts überkreuzen - man kann sich gleich auf den nächsten Post beziehen...)
     
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    Schimmelreiter

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    Deutsch
    Nun komm' ich aus dem tiefsten Süden und seh' überhaupt keinen Grund, in einem formalen, narrativen Text etwas anderes denn Präteritum zu gebrauchen. Wo, wenn nicht hier? Sonst können wir das Präteritum gleich abschaffen.
     

    Schlabberlatz

    Senior Member
    German - Germany
    Noch einmal – auch wenn es das „resultative Perfekt“ gibt – eigentlich ist beides abgeschlossene Vergangenheit. Zur Verdeutlichung: im Englischen geht nur „I went to England last year“, present perfect kann man da nicht nehmen. Im Deutschen gehen aber beide Zeitformen: „Ich war letztes Jahr in England“ oder „Ich bin letztes Jahr in England gewesen“. Warum das bei Wikipedia so steht, als wäre das im Deutschen sehr ähnlich – Stichwort: Bezug zur Gegenwart – weiß ich nicht. Perfekt wird oft auch genommen, wenn kein Bezug zur Gegenwart besteht.
     

    Schimmelreiter

    Senior Member
    Deutsch
    Noch einmal – auch wenn es das „resultative Perfekt“ gibt – eigentlich ist beides abgeschlossene Vergangenheit. Zur Verdeutlichung: im Englischen geht nur „I went to England last year“, present perfect kann man da nicht nehmen. Im Deutschen gehen aber beide Zeitformen: „Ich war letztes Jahr in England“ oder „Ich bin letztes Jahr in England gewesen“. Warum das bei Wikipedia so steht, als wäre das im Deutschen sehr ähnlich – Stichwort: Bezug zur Gegenwart – weiß ich nicht. Perfekt wird oft auch genommen, wenn kein Bezug zur Gegenwart besteht.
    :thumbsup:

    Der Gegenwartsbezug des Perfekts ist ein Gerücht, genährt von Leuten, die ihre Kenntnis englischer Fundamentalgrammatik aufs Deutsche anwenden.

    Die einzige Schnittmenge ist das resultative Perfekt: Ich bin müde, da ich schlecht geschlafen habe.


     

    ger4

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    German
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    Agiii

    Senior Member
    Polish
    Dieser Link könnte vielleicht interessant sein:
    http://www.belleslettres.eu/artikel/prateritum-imperfekt-perfekt.php

    ---
    Noch ein Versuch einer vorläufigen Zusammenfassung:

    Funktion: Resultat eines Vorgang in der Vergangenheit hat einen Bezug zur Gegenwart
    > Form: ("resultatives") Perfekt

    Funktion: "in allen anderen Fällen"
    > Form: Präteritum oder Perfekt (Umgangssprachlich, besonders im Süden: eher Perfekt als Präteritum)
    Ja, aber hier haben wir einen sehr klaren Kontext: ein Bewerbungsschreiben.

    Ich habe in der Tat auf ein paar Seiten die Information gefunden, dass man in Anschreiben nur Prät. verwenden sollte.
    Z.B. hier: http://www.studium.uni-freiburg.de/....04.11.Infoblatt_Das_Motivationsschreiben.pdf
    http://de.realworldmagazine.com/die-perfekte-bewerbung-lebenslauf/

    Hier: http://www.gfl-journal.de/3-2003/willkop.html meint man, das Perfekt ist angebracht, aber die Beispiele haben einen sehr starken - viel stärkeren als meine Sätze - Gegenwartsbezug ("Ich habe Ihre Anzeige gelesen") und könnten als das resultative Perfekt interpretiert werden (ich habe gelesen -> ich bewerbe mich). Diese Sätze sind auch für mich eher unproblematisch.

    Aber ich stelle die Frage nochmals: Klingt dieses Anschreiben (insbesondere der 2. Absatz) schlecht dadurch, dass man hier kaum Perfekt verwendet? http://www.bewerbung-forum.de/forum...-uebersetzer---bitte-um-korrektur-t17963.html
     

    ger4

    Senior Member
    German
    Ja, aber hier haben wir einen sehr klaren Kontext: ein Bewerbungsschreiben.

    Ich habe in der Tat auf ein paar Seiten die Information gefunden, dass man in Anschreiben nur Prät. verwenden sollte.
    Z.B. hier: http://www.studium.uni-freiburg.de/....04.11.Infoblatt_Das_Motivationsschreiben.pdf
    http://de.realworldmagazine.com/die-perfekte-bewerbung-lebenslauf/

    Hier: http://www.gfl-journal.de/3-2003/willkop.html meint man, das Perfekt ist angebracht, aber die Beispiele haben einen sehr starken - viel stärkeren als meine Sätze - Gegenwartsbezug ("Ich habe Ihre Anzeige gelesen") und könnten als das resultative Perfekt interpretiert werden (ich habe gelesen -> ich bewerbe mich). Diese Sätze sind auch für mich eher unproblematisch.

    Aber ich stelle die Frage nochmals: Klingt dieses Anschreiben (insbesondere der 2. Absatz) schlecht dadurch, dass man hier kaum Perfekt verwendet? http://www.bewerbung-forum.de/forum...-uebersetzer---bitte-um-korrektur-t17963.html
    Diese Darstellung...
    http://www.studium.uni-freiburg.de/....04.11.Infoblatt_Das_Motivationsschreiben.pdfFormalia- 1 max. 2 DIN-A4-Seiten (Ausnahme: andere Anforderungen des Stipendiengebers)
    [...]
    - Vergangenes in Präteritum oder im Plusquamperfekt
    [...]
    ...halte ich auf jeden Fall für vereinfacht und auch irreführend. Es wäre jetzt natürlich wichtig, andere Meinungen zu hören.

    ---
    http://de.realworldmagazine.com/die-perfekte-bewerbung-lebenslauf/ 3. ZEITFORM

    Eine aktuelle Position sollte im [Präsenz :confused:]* > Präsens beschrieben werden und eine vergangene im Präteritum. Es klingt einfach, aber viele machen hier einen Fehler*.
    Dies betrifft nur die Beschreibung einer Position, die man in der Vergangenheit innehatte.

    *
    ja, und auch Ihr macht gelegentlich Fehler... ;)

    ---
    Aber ich stelle die Frage nochmals: Klingt dieses Anschreiben (insbesondere der 2. Absatz) schlecht dadurch, dass man hier kaum Perfekt verwendet? http://www.bewerbung-forum.de/forum...-uebersetzer---bitte-um-korrektur-t17963.html
    In meiner Ausbildung standen (1) die Gebiete Technik und Recht stets an erster Stelle. Am Sprachen und Dolmetscher Institut München (SDI) studierte (2) ich das Fach Technik und gewann (3) dabei fundierte Einblicke in die Solartechnik. Zusätzlich wählte (4) ich das Fach Recht, das die Übersetzung von Verträgen als zentrales Thema behandelte (5). Der MA in Großbritannien gab (6) mir die Möglichkeit meine Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern. Meine MA-Arbeit schrieb (7) ich über die „Theorie und Praxis der Vertragsübersetzung“ und akzentuierte (8) so erneut einen der zentralen Aufgabenbereiche der zu besetzenden Stelle.
    In welchen Fällen würde hier eventuell die Perfektform besser klingen? In my opinion...

    (1) IMO: Präteritum klingt korrekt
    (2) IMO: Präteritum klingt korrekt
    (3) IMO: hier vielleicht eher "resultatives" Perfekt? (--> wiki/Resultativ und http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/.../LoebnerSuB6.pdf)
    (4) IMO: Präteritum klingt korrekt
    (5) IMO: Präteritum klingt korrekt
    (6) IMO: hier vielleicht eher "resultatives" Perfekt?
    (7) IMO: Präteritum klingt korrekt
    (8) IMO: Präteritum klingt korrekt

    Die Kriterien für die Wahl zwischen Perfekt und Präteritum sind offensichtlich sehr umstritten; abgesehen davon neigen wir in Norddeutschland vielleicht eher zur Anwendung des Präteritums... Hier eine recht übersichtliche Darstellung, hoffentlich hilfreich: http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gruwi.ansicht?v_id=1522
     
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    Schlabberlatz

    Senior Member
    German - Germany
    Aber ich stelle die Frage nochmals: Klingt dieses Anschreiben (insbesondere der 2. Absatz) schlecht dadurch, dass man hier kaum Perfekt verwendet? http://www.bewerbung-forum.de/forum/...ur-t17963.html
    Nein, es ist nicht schlecht, siehe auch Holgers Anmerkungen dazu. Interessant jedenfalls, dass selbst ein Sprachprofi (diplomierter Übersetzer) sich nicht ganz sicher ist und am Ende noch fragt, ob er Präteritum oder Perfekt nehmen soll.
     

    minnieB

    New Member
    deutsch Deutschland
    Ich würde Präteritum bevorzugen. Ich hab das so von den Textvorlagen übernommen. Aber generell gilt doch, was besser klingt ist besser. Wenns auch noch kürzer ist sind es schon zwei Pluspunkte.

    Moderatornotiz: Kommerzieller Link gelöscht.
     
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    Gernot Back

    Senior Member
    German - Germany
    Ich habe in meinen Bewerbungsschreiben in Bezug auf Vergangenes bisher immer nur Perfekt benutzt und ich halte das auch durchaus für angemessen, auch wenn diese nicht immer von Erfolg gekrönt waren;). Das Stichwort resultatives Perfekt von Schimmelreiter ist da durchaus treffend. Was sollte einen potentiellen Arbeitgeber an meinem beruflichen Werdegang anderes interessieren als der gegenwärtige Zustand meiner Kompetenzen, die sich daraus ergeben haben?
     
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