würde mich freuen, wenn ...

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Whodunit

Senior Member
Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
Eine Bewerbung wird meist mit dem folgenden Satz abgeschlossen:

Ich würde mich freuen, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet.

Irgendwie stört mich der Konditional im ersten Teil. Wenn ich schon einen Konditional + wenn verwende, sollte ich dann nicht auch den Konjunktiv II im zweiten Teil benutzen?

Ich würde mich freuen, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse fände.

Meinem Sprachgefühl nach klingt das aber zu gehoben und zu aufdringlich. Eine andere Alternative wäre, den ganzen Satz ohne Konjunktive zu schreiben:

Ich freue mich, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet.

Klingt am logischsten (von der Grammatik her), allerdings ein bisschen kindlich.

Wie denkt ihr darüber? :)
 
  • johnmiller

    Member
    Spanish - Spain
    Hallo, ich werde versuchen, dir zu helfen, obwohl Deutsch nicht meine Muttersprache ist:


    Ich freue mich, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet.


    1. Ich werde nicht den Satz mit "ich" beginnen. Ich finde es sehr egozentrisch.

    Wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet, freue mich ich.


    * Obwohl das Ende mit "freue mich ich" mir nicht gefällt


    2. Eine Bewerbung ist nicht interessant, ein Film ja. Eine Bewerbung kann entweder "geeignet" oder "tauglich" Ich weiss nicht welches Adjetiv pass am besten, aber sicher du kannst geeignetere Synonyme finden.

    3. Das Subjekt wäre besser "Ihr" statt zu "Bewerbung"

    Wenn meine Bewerbung Ihr Interesse findet, freue mich ich.
    Wenn Ihr meine Bewerbung geeignet finden, freue mich ich sehr.




    Ich hoffe, dass du von meinen Vorschlägen "Licht" finden kannst.

    Viel Glück. Tschüß!!
     

    Lykurg

    Senior Member
    German
    @johnmiller
    Punkt 1 stimmt so nicht. Das vorangestellte Ich zu vermeiden, klingt in vielen Zusammenhängen krampfhaft. Das "Wenn" an den Anfang des Satzes zu stellen, ist zudem ungünstig. Damit wird der Zweifel daran, daß der Bewerber genommen wird, stark betont.

    @Whodunit
    Der Satz soll in gewissem Grade die Überzeugung vermitteln, daß man eine positive Antwort erwartet, weil man "der richtige Mann für den Job" ist. Mir sind all diese Sätze von daher noch zu wenig deutlich.

    "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch."
    oder "Für ein persönliches Gespräch stehe ich jederzeit gern zur Verfügung." sind allgemein übliche, wesentlich positivere Sätze, die nicht allzu aufdringlich wirken (mir ist allerdings der zweite lieber).

    Wenn es nur um die Sätze als solche geht, ist mein Vorschlag natürlich reichlich daneben.^^
     

    FloVi

    Senior Member
    Deutsch / Deutschland
    Ich finde beide Sätze sind (heutzutage) zu devot, "fände" noch mehr als "findet". Eine Bewerbung muss heute dynamischer sein, wenn nicht sogar aggressiver.

    Mein Vorschlag:
    Ich würde mich freuen, wenn ich mit meiner Bewerbung Ihr Interesse wecken konnte.

    Klingt dynamischer ohne die Wortwahl Deines Satzes zu sehr zuverändern.
     

    elroy

    Imperfect Mod
    US English, Palestinian Arabic bilingual
    Johnmiller,

    "Freue mich ich" geht nicht. Es heißt "freue ich mich".
    Der Satz soll nicht aussagen, dass die Bewerbung hoffentlich "interessant" sei, sondern Interesse finde, d.h. dass man sich hoffentlich durch die Bewerbung für den Bewerber interessiert.

    FloVi, "Konnte" ist aber auch kein Konjunktiv. Klingt der Satz so trotzdem gut?
     

    Lykurg

    Senior Member
    German
    @elroy@FloVi
    Finde ich nicht.

    "Ich freue mich, wenn ich mit meiner Bewerbung ihr Interesse wecken konnte."
    hakt auch ein bißchen, aber das schadet hier mE weniger.^^
     

    Kajjo

    Senior Member
    @Whodunit:
    Lykurgs Beispiele der ganz anderen Schlußformel sind sehr gut und die moderne Empfehlung. Vielleicht ist uns diesmal der Kontext nicht klar, in dem Du unseren Rat benötigst, Whodunit? Muß der Satz einfach nur verbessert und umgestellt werden oder soll er wirklich in einer Bewerbung auftauchen?

    Im ersteren Falle ist Flovis Vorschlag aus Post #5 gut, im letzteren Falle würde ich dringend empfehlen, von dem Satz generell Abstand zu nehmen. Ich kann nicht verstehen, warum solche Sätze ggf. in der Schule noch diskutiert werden -- wo doch allen klar sein muß, daß sie abgedroschen, inhaltslos und kontraproduktiv sind.

    @Lykurg:
    Ich finde es noch immer richtig, in Briefen keine Sätze mit "Ich" zu beginnen, selbst dann, wenn die Umschreibung erkennen läßt, daß sie eben nur genau das ist. Ebenso richtig ist aber, daß ein Satzbeginn mit "wenn" in diesem Falle unglücklich wäre.

    "Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, ...." vermeidet z.B. beide Schnitzer.

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Danke erst einmal für alle Bemühungen. :)

    @Whodunit:
    Lykurgs Beispiele der ganz anderen Schlußformel sind sehr gut und die moderne Empfehlung. Vielleicht ist uns diesmal der Kontext nicht klar, in dem Du unseren Rat benötigst, Whodunit? Muß der Satz einfach nur verbessert und umgestellt werden oder soll er wirklich in einer Bewerbung auftauchen?
    Ich sollte vor Kurzem eine Bewerbung korrigieren, in dem der Satz vorkam. Ich finde ihn eigentlich keineswegs abgedroschen. Vielleicht haben wir den vor einem Jahr sogar in der Schule gelernt. Ich kenne den Satz und er wird sehr gerne verwendet. Allerdings konnte ich mich mit der Grammatik zufrieden geben. Im ersten Teil wird der Konditional verwendet, im zweiten aber ein Indikativ Präsens. Das passt grammatikalisch gesehen vorne und hinten nicht, klingt aber für die meisten Ohren fließend. Mein Vater war auch nicht gegen den Satz, aber er fand meine Erklärung hinsichtlich der korrekten Bedingssätze plausibel.

    "Ich würde mich freuen, wenn meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt hat" ist allerdings schon zu anders, denn hier ist der Satz noch sinnloser. Im ersten Teil wird ein Konditional verwendet (der meistens eine zuküftige Handlung voraussetzt), im zweiten Teil aber ist die Handlung schon abgeschlossen. Dasselbe gilt auch für FloVis "... wecken konnte". Klar mag der Satz fließend klingen, aber das schützt ihn noch nicht vor Grammatikfehlern. ;)

    Im ersteren Falle ist Flovis Vorschlag aus Post #5 gut, im letzteren Falle würde ich dringend empfehlen, von dem Satz generell Abstand zu nehmen. Ich kann nicht verstehen, warum solche Sätze ggf. in der Schule noch diskutiert werden -- wo doch allen klar sein muß, daß sie abgedroschen, inhaltslos und kontraproduktiv sind.
    Wie gesagt, er soll in einer Bewerbung auftauchen, die ich korrigiert habe. Mit der Formulierung bin ich total einverstanden, aber mit der Grammatik nicht.

    @Lykurg:
    Ich finde es noch immer richtig, in Briefen keine Sätze mit "Ich" zu beginnen, selbst dann, wenn die Umschreibung erkennen läßt, daß sie eben nur genau das ist. Ebenso richtig ist aber, daß ein Satzbeginn mit "wenn" in diesem Falle unglücklich wäre.
    Man soll Briefe, etwaige Anreden und Bewerbungen nie mit "ich" anfangen, das ist klar. Einen Satz darf man schon mal so anfangen. ;)

    "Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, ...." vermeidet z.B. beide Schnitzer.
    In Ordnung, aber wie würdest du fortfahren? Etwa mit ", ... würde ich mich auf ein persönliches Gespräch sehr freuen"? Das wäre genau der gleiche Fall: abgeschlossene Handlung im Konjunktiv II und Konditional. Das ist Unfug, meines Erachtens. Er sollte der Korrektheit halber so weitergehen:

    "Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, hätte ich mich sehr gefreut."

    Und das ist, wie gesagt, totaler Unfug. :)

    Bleiben wir aber bitte mal am Original, so wie ich den Satz in der Bewerbung lesen konnte. Kann man mit den Zeiten und Modi ein wenig variieren, sodass ein sinnvoller Satz entsteht?
     

    Kajjo

    Senior Member
    Ich sollte vor Kurzem eine Bewerbung korrigieren, in dem der Satz vorkam. Ich finde ihn eigentlich keineswegs abgedroschen. Vielleicht haben wir den vor einem Jahr sogar in der Schule gelernt.
    Ich halte es sogar für möglich, daß Du ihn in der Schule gelernt hast. Lehrer sind ja nun wirklich keine Spezialisten für moderne Wirtschaft! Ich kann Dir aber versichern, daß ich regelmäßig genug Bewerbungen lese, um zu wissen, daß solche alten Textbausteine bieder und abgedroschen wirken. Wer zum Standard greift, ist Durchschnitt.

    Whodunit, stell Dir doch mal vor, Du mußt bereits in einem kleineren, mittelständischen Unternehmen auf eine normale Stellenausschreibung hin etwa 100 Bewerbungen sichten. 80% enden mit einer von drei Standardfloskeln, die übrigen erregen Aufmerksamkeit. Viele Kandidaten sind rein formal ähnlich gut -- wichtig ist, sich von der Masse abzuheben, interessant zu wirken, den Eindruck zu erwecken, man hätte sich wirklich Mühe gegeben. Mit Standardfloskeln und Textbausteinen erreicht man genau das Gegenteil. Langeweile ist der Feind des Bewerbers!

    Ach ja, Briefe und Bewerbungsschreiben sind keine Grammatikstudien. Die Sätze müssen rund und gut klingen. Flovis Beispiel ist völlig akzeptabel und ich kann mich Deiner Skepsis bezüglich der Grammatik nicht anschließen.

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Ach ja, Briefe und Bewerbungsschreiben sind keine Grammatikstudien. Die Sätze müssen rund und gut klingen. Flovis Beispiel ist völlig akzeptabel und ich kann mich Deiner Skepsis bezüglich der Grammatik nicht anschließen.

    Kajjo
    Du hast mneine Intention leider ertwas missverstanden. Ich wollte nichts derart korrigieren, dass es schon wieder falsch klingt. Allerdings, um auf dein "sich von der Allgemeinheit abzuheben" zu sprechen zu kommen, würde ich "ich würde ..., wenn ... fände" schon zu den besondereren Sätzen zählen, bei dem sich jemand halt viel Mühe gegeben hat, elegant oder formell zu klingen.

    Ich wollte alte Floskeln nicht abändern, aber ich hätte gerne gewusst, ob es eine elegantere, denoch grammatikalisch korrekte Variante gibt, mit der man sich bewerben könnte.
     

    illuminaut

    Senior Member
    Germany
    In Ordnung, aber wie würdest du fortfahren? Etwa mit ", ... würde ich mich auf ein persönliches Gespräch sehr freuen"? Das wäre genau der gleiche Fall: abgeschlossene Handlung im Konjunktiv II und Konditional. Das ist Unfug, meines Erachtens. Er sollte der Korrektheit halber so weitergehen:

    "Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, hätte ich mich sehr gefreut."

    Und das ist, wie gesagt, totaler Unfug. :)
    Ich wuerde den Satz wahrscheinlich folgendermassen beenden: "Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, stehe ich zu einem persoenlichen Gespraech gerne zur Verfuegung".
    Grammatikalisch gesehen muesste es eigentlich "..., stuende ich zur Verfuegung" heissen, aber in dem speziellen Fall des Bewerbungsschreibens ist es meines Erachtens besser die Konjuktivform zu vermeiden um zu betonen dass man eigentlich mit einer Einladung rechnet (man ist schliesslich der beste Mann fuer den Job) und auf jedenfall bereit ist. Wenn man gleichzeitig unbedingt grammatikalisch korrekt sein will (generell eine gute Idee), sollte man die Konjuktivform ganz vermeiden und die schlichte Infinitivform waehlen, z.B.
    "Ich hoffe meine Bewerbung hat Ihr Interesse geweckt, und stehe einem persoenlichen Gespraech (jederzeit) gerne zur Verfuegung."
    Dieser Satz klingt fuer mich am besten; er ist grammatikalisch korrekt, schlicht, und trotzdem forsch.

    Ich stimme Kajjo grundsaetzlich zu, dass Bewerbungsschreiben eine Besonderheit sind, und es manchmal wichtiger ist herauszuragen und sich klar auszudruecken, anstatt Saetze durch komplizierte Grammatik gestochen oder abgedroschen klingen zu lassen.
     

    Kajjo

    Senior Member
    würde ich "ich würde ..., wenn ... fände" schon zu den besondereren Sätzen zählen, bei dem sich jemand halt viel Mühe gegeben hat, elegant oder formell zu klingen.
    Nun, der Konjunktiv klingt aber so einschränkend, als ob Du es selbst schon für unmöglich hältst, tatsächlich eingeladen zu werden. Für Bewerbungen und Arbeitszeugnisse gelten nun einmal andere Regeln... :)

    Ich würde meinen vorgeschlagenen Satz natürlich auch nicht mit einer Konj. II Konstruktion beenden, sondern so wie Illuminaut.

    Kajjo
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Gut, also muss ich mich geschlagen geben und einsehen, dass es keine elegante Ausdrucksweise gibt, die sowohl sehr gut klingt als auch grammatikalisch korrekt ist. Alles im Indikativ zu schreiben, ist natürlich möglich; davon habe ich schon des Öfteren gelesen. Aber wenn ich mit "ich würde mich freuen, wenn ..." beginne, muss ein Konjunktiv II grammatikalisch gesehen folgen, oder man nimmt gleich einen anderen Satz.

    Illuminaut, du hast nur leider zwei Kommafehler in deine Version eingebaut. ;)

    "Ich hoffe, meine Bewerbung hat Ihr Interesse geweckt (hier keins) und stehe einem persoenlichen Gespraech (jederzeit) gerne zur Verfuegung."
     

    Ralf

    Senior Member
    German
    Whodunit said:
    ...
    "Ich hoffe, meine Bewerbung hat Ihr Interesse geweckt und stehe einem persoenlichen Gespraech (jederzeit) gerne zur Verfuegung."
    Ich reibe mich hier ein wenig an der Vorstellung einem persönlichen Gespräch zur Verfügung zu stehen und würde diesen Satz daher lieber so formulieren:

    Ich hoffe, meine Bewerbung hat Ihr Interesse geweckt und stehe Ihnen für ein persönliches Gespräch (jederzeit) gern zur Verfügung.

    Oder: ... und stehe für ein persönliches Gespräch (jederzeit) gern zu Ihrer Verfügung.

    Eine weitere Möglichkeit, den Schlusssatz eines Bewerbungsschreibens etwas offensiver zu gestalten:

    Ich hoffe, meine Bewerbung hat Ihr Interesse geweckt. Selbstverständlich stehe ich Ihnen (auch) für ein persönliches Gespräch (jederzeit) gern zur Verfügung und freue mich auf Ihre Antwort.

    Oder: ... und bin auf Ihre Antwort gespannt.

    Ralf
     

    Whodunit

    Senior Member
    Deutschland ~ Deutsch/Sächsisch
    Ich reibe mich hier ein wenig an der Vorstellung einem persönlichen Gespräch zur Verfügung zu stehen und würde diesen Satz daher lieber so formulieren:
    Mir ging es zwar genauso, aber da mir kein besserer Satz einfiel, musste ich es so hinnehmen. Deine Vorschläge sind allerdings makellos. :)

    Oder: ... und bin auf Ihre Antwort gespannt.
    Gefällt mir nicht. Das klingt so, als säßest du zu Hause auf dem Sofa und sännest nach, ob die gesamte Bewerbung auch gut so war.
     
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